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Bützower Zeitung

09. Dezember 2016 | 14:37 Uhr

Bützow : Das Lutherfenster ist zurück

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Historisches Detail der Bützower Stiftskirche wurde in der Werkstatt aufwendig restauriert und nun wieder eingesetzt

Es erstrahlt in neuem Glanz. Nach rund drei Monaten ist das bunte Lutherfenster an der Nordseite der Bützower Stiftskirche wieder an seinen angestammten Platz zurückgekehrt. Es wurde Stück für Stück gesäubert und restauriert. Dafür wurden in der Werkstatt von Glasermeister Reginald Wickel in Stavenhagen tausende einzelne Elemente in die Hand genommen, wie Glasmalermeisterin Jacqueline Teetz erzählt.

Das neogothische Fenster, auf dem Luther abgebildet ist, stammt von 1909 und hat eine kleine Besonderheit aufzuweisen. Denn während die Mehrzahl der Fenster in der Kirche mit Ziegelrippen ausgestattet ist, wurde beim Lutherfenster Beton benutzt. „Damals war das ein interessanter Baustoff“, so Architekt Hartmut Böhnke. Das Fenster war ein Geschenk des Bützower Landbaumeisters Adolf Prahst, das er der Kirche zu seinem 80. Geburtstag machte. Diese Rippen aus Beton sind jeweils 70 Zentimeter lang. „Beschädigte wurden neu aufgebaut und dann wieder eingesetzt“, sagt Böhnke. Doch zehn Elemente konnten nicht mehr saniert werden und wurden neu aus Beton gegossen.

Insgesamt zwölf Meter ist das Lutherfenster hoch. Es wurde komplett entfernt und dann in der Werkstatt restauriert. Es besteht aus 36 einzelnen Quadraten, was der Betrachter nicht auf den ersten Blick sieht. Diese einzelnen Teile sind wiederum aus tausenden einzelnen Gläsern zusammengesetzt, die mit Blei verbunden sind. Das erforderte bei der Restauration höchste Konzentration. „Man durfte kein Teil verkehrt herum hinlegen“, erklärt Teetz. Für sie war die Arbeit an einem so großen Objekt schon etwas besonderes. Es wurden nicht nur Schäden und Risse an dem Buntglas repariert, sondern teilweise auch die Farben restauriert. Es handelt sich um spezielle Farben, die mit bis zu 600 Grad Celsius eingebrannt werden. Zu beobachten ist, dass dabei Rot nicht gleich Rot, Blau nicht gleich Blau ist. Es gibt verschiedene Abstufungen. Ein Zeichen dafür, dass an dem Fenster schon einmal gearbeitet wurde, meint Teetz.

Pastorin Johanna Levetzow ist ganz begeistert vom Ergebnis der Restaurationsarbeiten. „Es ist besonders schön, weil wir ja im nächsten Jahr das Lutherjubiläum feiern“, so die Pastorin.

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erstellt am 25.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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