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Bützower Zeitung

10. Dezember 2016 | 08:01 Uhr

Feuer in Bützower Mehrfamilienhaus : Brandursache ist eindeutig

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Frau schlief mit brennender Zigarette ein. Parterrewohnung komplett zerstört. Schadenshöhe wird noch ermittelt

Der Schreck sitzt den Bewohnern und Nachbarn am Forsthof auch am Donnerstagvormittag immer noch in den Gliedern. Die Brandermittler der Polizei habe ihre Arbeit beendet. Nun machen sich Monika Gräning, Geschäftsführerin der Bützower Wohnungsgesellschaft (Büwo), und ihre Mitarbeiter ein Bild vom Zustand des Hauses nach dem schweren Feuer in der Nacht.

„Wir haben versucht, mit den Mietern ins Gespräch zu kommen. Doch sie stehen noch unter Schock“, so die Geschäftsführerin. Der Treppenaufgang ist rußverschmiert, der Brandgeruch ist noch deutlich zu merken. Zwölf Wohnungen gibt es in dem Haus aus dem Jahr 1973. Hier wohnen Deutsche und Asylbewerber zusammen. Unbewohnbar ist nun die Parterrewohnung, in der das Feuer ausgebrochen war. Dort, wo die vier Rauchmelder an der Decke hingen, schauen nur noch die Schrauben heraus. „Wir wissen es nicht genau, doch es gibt die Aussage, dass die Rauchmelder nicht angeschlagen haben. Warum, das bleibt für uns ein Rätsel“, erklärt Gräning. „Alle andere funktionieren auch.“ Zunächst werde ein Tischler beauftragt, die Türen zu reparieren. Denn die Feuerwehr musste einige aufbrechen. Erst wenn das Gutachten der Versicherung vorliegt, könne sie einschätzen, wie hoch der Schaden ist und was investiert werden muss, um die Wohnung wieder in Schuss zu bringen, sagt Gräning. Auch das Treppenhaus müsse gereinigt werden.

In der Nacht zum Donnerstag war das Feuer in dem Mehrfamilienhaus ausgebrochen. „Wir wurden um 21.59 Uhr alarmiert. Ich bin von Zuhause zum Gerätehaus, musste dabei an dem brennenden Haus vorbei. Da kam schon eine dicke Rauchwolke heraus. Um 22.06 Uhr waren wir mit den ersten Fahrzeugen am Brandort“, sagt Wehrführer Holger Gadinger. Einige Bewohner hatten sich schon in Sicherheit gebracht. Andere holten die Kameraden aus dem Haus. „Es ist ja wie ein Kamin. Der Rauch schießt im Treppenhaus nach oben“, so der Wehrführer. Deshalb setzten die Wehrleute bei der Evakuierung der Bewohner auch Fluchthauben ein. „Das sind Kopfhauben mit einem Atemschutzgeräte“, sagt der Wehrführer. Zur Sicherheit seien nicht nur die Bewohner des betroffenen Aufgangs, sondern auch des Nebenaufgangs evakuiert worden. Die Menschen wurden vom DRK, der Polizei und Feuerwehrleuten betreut. „Einigen konnten sich hier in meinem Firmenbüro aufwärmen“, sagt Gadinger. Das liegt unmittelbar neben dem Ereignisort.

Der Ermittlungen und Befragungen der Kriminalpolizei gestern bestätigten die bereits in der Nacht geäußerte Brandursache. „Die 32-jährige Bewohnerin gab zu, mit einer brennenden Zigarette eingeschlafen zu sein. Sie hatte einen Atemalkoholwert von 1,97 Promille. Es wurde eine Anzeige wegen fahrlässiger Brandstiftung aufgenommen“, sagt Polizeisprecherin Kristin Hartfil.

Die Brandverursacherin, sowie eine Frau und ihr Kind waren in der Nacht mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in die Warnow-Klinik eingeliefert worden. Die 32-Jährige hätte die Klinik kurze Zeit später auf eigenen Wunsch wieder verlassen. Auch die Mutter und ihr Kind seien mittlerweile wieder aus dem Krankenhaus, so die Polizeisprecherin.

Alle Wohnungen seien kontrolliert und die Luftwerte gemessen worden. Eine gesundheitliche Gefahr könne ausgeschlossen werden, so Monika Gräning. Deshalb konnten die Mieter auch wieder in ihre Wohnungen zurück. Auch wenn das manchem nicht leicht fiel, wie sich gestern vor Ort zeigte.

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erstellt am 13.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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