zur Navigation springen

Bützower Zeitung

27. September 2016 | 10:41 Uhr

Bützow : Biota forscht im Auftrag des Bundes

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Bützower Firma ist an drei Projekten zum nachhaltigen Gewässerschutz beteiligt und auch außerhalb von MV etabliert

Rund 90 Prozent aller deutschen Gewässer und 50 Prozent der europäischen Gewässer verfehlen das Prädikat „guter Zustand“, bezogen auf die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, erklärt Biota-Geschäftsführer Dr. Volker Thiele. Das zu verändern, darauf sind insgesamt 14 Forschungsprojekte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ausgerichtet. An drei davon ist Biota als Institut für ökologische Forschung und Planung GmbH mit Sitz in Bützow beteiligt. Dafür hat der Bund Fördermittel von 715 000 Euro für die nächsten drei Jahre bereitgestellt. „Wir sind darüber sehr froh“, sagt Volker Thiele gestern im Gespräch mit Eckhard Rehberg. Der Bundestagsabgeordnete (CDU) wollte sich vor Ort ein Bild vom Leistungsspektrum des Bützower Unternehmens verschaffen.

Biota wurde 1993 von Volker Thiele und Dr. Dietmar Mehl gegründet. „Wir beide und eine Sekretärin haben damals in Gülzow begonnen“, erzählt Thiele. Später wechselte man ins Existenzgründerzentrum nach Güstrow. 2001 baute das Unternehmen dann im Bützower Gewerbegebiet den Firmensitz und erweiterten diesen vier Jahre später. Heute sind rund 60 Mitarbeiter bei biota tätig.

Von Anfang an beschäftigte sich das Unternehmen mit „spezifischen Umweltbelangen“. Dabei geht es insbesondere um den Gewässer- und Naturschutz als auch um Landschaftsplanung. Die Mitarbeiter begleiten unter anderem Bauvorhaben nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht, sondern werden auch bei der Planung bis hin zur Bauleitplanung eingebunden. So wurde bereits 1996 der „Landschaftspflegerische Maßnahmeplan zur Errichtung der Sohlrampe in Eickhof“ erstellt. Auch an der Renaturierung der Tessenitz im Auftrag des Wasser- und Bodenverbandes war Biota beteiligt. Eines der jüngsten Projekte ist die Fischaufstiegstreppe bei Parum, die im vergangenen Jahr errichtet wurde.

Wie breit Biota aufgestellt ist, zeigt auch ein anderes Projekt: eine Langzeituntersuchung über die Rohrweihe sowie die Schlagopfer innerhalb eines Windparks bei Hof Tatschow. Es läuft noch bis 2019 und sei eine Auflage, die der Windanlagenbetreiber mit der Baugenehmigung erhalten hat, erklärt Volker Thiele.

Doch nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern ist das Institut aktiv. Auch in Schleswig-Holstein, Brandenburg, Sachsen, und Sachsen-Anhalt ist Biota gefragt. „Wir sind ein schlagkräftiges Team“, sagt der Geschäftsführer.

Bei vielen der Projekte gehe es darum, praktische Lösungen zu finden, um Konflikte zwischen Mensch und Natur zu überwinden. So auch bei den nun vom Bundesministerium erteilten Forschungsaufträgen.

Städte, Landschaften ändern sich, es gibt Stoffeinträge, das Klima wandelt sich. Das alles hat auch Einfluss auf die Gewässer. Doch Wasser ist Leben. Und so müssen praktische Lösungen gefunden werden, die die Vielfalt und die Leistungsfähigkeit der Oberflächen- und Grundwasserressourcen sichern, heißt es in der Projektbeschreibung.

Eine Modellregion ist dabei Rostock. Die Hansestadt hat rund 200 Kilometer Fließ- und Standgewässer wie Bäche und Gräben. Hinzu kommen 1200 Kilometer Kanalnetz und die Warnow. Das alles soll nun untersucht werden mit dem Ziel, ein Gewässerentwicklungskonzept zu erarbeiten. Mit im Boot sind dabei unter anderem die Universität Rostock, die Eurawasser Nord GmbH und der Wasser- und Bodenverband „Untere Warnow-Küste“.

zur Startseite

von
erstellt am 19.Jan.2016 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen