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Bützower Zeitung

01. Oktober 2016 | 10:43 Uhr

Rühn : Bio-Verein setzt auf Regionalität

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Mitglieder von „ländlichfein“ präsentieren ihre Produkte auf dem eigenem Markt im Kloster Rühn

Was verbindet den Produzenten von Nachtkerzenöl in Rühn mit der Schäferin in Vietschow, zwischen Laage und Teterow gelegen, und den Züchtern von Wasserbüffeln auf der Halbinsel Darß? Eine Antwort fanden Besucher beim ersten eigenen Markt des Vereins „ländlichfein“ am Wochenende auf dem Klostergelände in Rühn.

„Ländlichfein ist ein Netzwerk von Bio-Landwirten, Erzeugern biologischer Produkte und von Gastronomen“, erklärt Ingo Sander, der vor nunmehr sechs Jahren den Verein mit ins Leben gerufen hat. Der Tarnower Landwirt selbst hat sich auf die Produktion von Ölen und den Anbau alternativer Kultur- und Wildpflanzen spezialisiert. „Unsere Geschäftsstelle befindet sich seit Juli auch in Tarnow“, erklärt Sander. Dem Netzwerk gehören 54 Mitglieder im gesamten Nordosten an. Sie alle setzen vor allem auf die Regionalität ihrer Produkte und darauf, „dass wir 100 Prozent Bio produzieren“, betont Sander. Wichtig sei ihm, dass Bio-Bauern und -Produzenten auf der einen Seite und Gastronomen auf der anderen zusammengeführt werden. Zudem müssten die regionalen Bio-Produkte noch stärker einem breiteren Kundenkreis bekannt gemacht werden. „Dieser Markt ist ein erster Schritt auf diesem Weg“, erklärt Sander. Denn die Landwirte und Produzenten benötigen einen langen Atem, um sich auf dem Markt behaupten zu können, vor allem davon auch ein Auskommen zu erzielen.

„Wir konnten da auf Rücklagen zurückgreifen“, sagt zum Beispiel Claudia Schäfer von der Schafscheune aus Vietschow. Und der Name ist bei ihr Programm. „Mit dem Spruch beginne ich die Führungen auf meinem Hof“, sagt sie und lacht. Vor sechs Jahren kam Schäfer mit ihrem Lebensgefährten aus Baden-Württemberg nach Mecklenburg. Mit im „Gepäck“ 26 Milchschafe. Mittlerweile seien es 68. Auf 13 Hektar werden die Tiere gehalten, aus der Milch in der eigene Käserei Spezialitäten hergestellt. „Am Tage sind die Schafe draußen, in der Nacht im Stall. Zugefüttert wird unter anderem mit dem Presskuchen aus der Ölmühle von Ingo Sander“, wie Claudia Schäfer verrät. „Etwas Besseres gibt es nicht.“

Der Presskuchen entsteht, wenn aus Samen das Öl gewonnen wird. Doch der sehr gesunde Rest könne weiterverarbeitet werden, wie Bi-Landwirt Ingo Sander erklärt. Er hat für den Markt in Rühn aus dem Presskuchen der Nachtkerze ein dunkles Brötchen gebacken und bietet es zur Verkostung an. „Nun bin ich auf der Suche nach einem Bäcker“, erklärt der Tarnower.

Solche Ideen, das Entwickeln ganz spezifischer Produkte sei für den Bio-Produzenten wichtig. Wer zum Beispiel bei Burgern an Fastfood denkt, wird am Stand von Erlebnishof Gut Darß eines Besseren belehrt. Dort bekommt der Gast einen Burger mit dem Fleisch von Wasserbüffeln. 150 solcher Tiere werden auf der Halbinsel gehalten. Im eigenen Hofladen gehen weitere kulinarische Bio-Spezialitäten über den Ladentisch.

„Der Trend hin zu biologischen Produkten ist da, vor allem bei vielen jungen Menschen“, sagt Ingo Sander. „Es ist ein Licht am Ende des Tunnels.“

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erstellt am 18.Sep.2016 | 21:00 Uhr

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