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Selbsthilfegruppe sucht Mitstreiter : Alleinerziehend, aber nicht allein

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Clivia von Berg aus Güstrow will Selbsthilfegruppe ins Leben rufen und sucht dafür noch Mitstreiter aus der Region

Das Großziehen von Kindern ist für jeden Menschen eine Herausforderung. Noch schwieriger wird es, wenn Mutter oder Vater diese Hürde allein in Angriff nehmen muss. Alleinerziehende gehören zu den Personen, die mit am häufigsten dem Armutsrisiko ausgesetzt sind. Doch nicht nur finanziell haben es viele schwer, die Probleme sind weitaus umfassender. Deswegen will Clivia von Berg eine Selbsthilfegruppe ins Leben rufen.

Clivia von Berg hat drei Kinder und ist seit 17 Jahren alleinerziehende Mutter. Zwar sind zwei Töchter mittlerweile erwachsen und aus dem Haus, doch ein behindertes Kind zieht die Güstrowerin noch immer allein groß. Sie kennt alle Schwierigkeiten, die ein Alleinerziehender hat. „Wenn man 17 Jahre lang alleinerziehend ist, weiß man so einiges. Es ist sehr schwer“. Oft werde man auch am Rande der Gesellschaft verortet.

Clivia von Berg scheut sich nicht davor, die Probleme offen anzusprechen. Sie weiß, dass sie damit nicht allein dasteht. Und genau deswegen will sie eine Selbsthilfegruppe ins Leben rufen, bei der die Menschen unter ihresgleichen sind und wo für Bevormundungen kein Platz ist.

„Wir wollen uns einmal im Monat treffen“, sagt die Güstrowerin. Es soll sich ausgetauscht, Vorträgen gelauscht und Frage-Antwort-Abende mit Experten organisiert werden. Außerdem sind gemeinsame Aktivitäten geplant. Die Elternteile können selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder mitbringen oder nicht. Es sei auch wünschenswert, wenn sich Kontakte ergeben, sodass auch mal abwechselnd auf den Nachwuchs aufgepasst werden kann und Mutti oder Papa mal Zeit für sich hat. Clivia von Berg fasst die Ziele kurz und knapp zusammen: „Es soll sich eine Gemeinschaft zum Wohlfühlen entwickeln.“

Einige Alleinerziehende haben ihre Teilnahme bereits signalisiert. Aber es sollen weitere Gleichgesinnte mobilisiert werden. „Man muss beim Aufbauen einer Selbsthilfegruppe Geduld haben“, weiß die Güstrowerin. Sie hofft aber, dass sich genügend Menschen finden – ausdrücklich gern auch Männer.

„Eine Gruppe gleichfalls Alleinerziehender könnte sich bei der Kinderbetreuung bei wichtigen Terminen aushelfen. Gemeinsame Unternehmungen könnten geplant werden und dabei ein Austausch über die Situation der Einzelnen in Gang kommen“, teilte Alice Hämmerling von der Kontakt-und Informationsstelle (KISS) der Diakonie Güstrow. „Der Wunsch, diese Möglichkeiten in einer Gruppe zu verwirklichen, wurde von einer Alleinerziehenden an die Kontakt-und Informationsstelle herangetragen.“

Als Ansprechpartner für Selbsthilfegruppen wird die KISS die Organisation und Koordination übernehmen. Es soll, sofern sich genug Interessenten melden, ein erstes Treffen stattfinden. „Dann wird geschaut, wo die Reise hingehen soll“, so Alice Hämmerling. Treffen sollen vorerst in Güstrow stattfinden. Wenn sich genügend Interessenten aus Bützow finden, wären auch in der Warnowstadt Treffen denkbar.

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erstellt am 15.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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