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04. Dezember 2016 | 23:20 Uhr

Interview mit Anton Hofreiter : „Wir müssen umsteuern“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vorstoß der Grünen vor allem mit Blick auf Umwelt, Autoindustrie und Arbeitsplätze

Andreas Herholz sprach mit Anton Hofreiter, Vorsitzender der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, über die Forderung, ab 2030 keine Diesel- und Benzinfahrzeuge mehr zuzulassen.

Fürchten Sie da nicht den Volkszorn, schließlich ist das Auto immer noch der Deutschen liebstes Kind?

Hofreiter: Unsere Vorschläge richten sich ja gerade nicht an die Autofahrer. Wir haben die Industrie im Blick: Sie muss endlich umsteuern, wenn auch sie, wie wir Grünen, Arbeitsplätze sichern, Umwelt und Gesundheit schützen will. Wir müssen weg von den fossilen Verbrennungsmotoren. Dazu muss nach und nach umgestellt werden. Oldtimer bleiben da natürlich außen vor. Die deutsche Autoindustrie hinkt beim Thema Elektromobilität hinterher. Sie muss innovativer werden, denn sie wird mittlerweile von Startups wie Tesla überholt. Die internationale Konkurrenz ist da viel weiter. Dadurch sind viele Arbeitsplätze in Deutschland in Gefahr. Diesel- und Benzinfahrzeuge sind Auslaufmodelle. Wir brauchen eine Verkehrswende.

Wären Anreize und eine stärkere Förderung von E-Mobilität nicht der bessere Weg als Verbote für Diesel- und Benzinfahrzeuge?

Wir brauchen einen Mix aus Anreizen und klaren Regeln. Allein mit Prämien und Förderung wird es nicht funktionieren. Das sieht man bei der Kaufpreisprämie für Elektroautos und dem Scheitern der Wasserstoffstrategie.

Die Forschung muss stärker gefördert werden. Natürlich bedarf es hoher Investitionen, um auf Elektro- und Wasserstoffantriebe umzusetzen. Aber am Ende profitieren alle davon. Die deutsche Autoindustrie würde die innovativste der Welt und Arbeitsplätze gesichert werden. Der Abgasausstoß würde deutlich reduziert.

Bisher fehlt es aber auch an der notwendigen Infrastruktur. Es gibt nur wenige Ladestationen. Was muss geschehen?

Neben der Intensivierung der Forschung muss natürlich die Infrastruktur ausgebaut werden. Wir brauchen ein dichtes Netz an Ladestationen. Allein mit einer Kaufprämie ist es nicht getan. Der Bundesverkehrsminister hat keine Gesamtstrategie, setzt immer nur auf einzelne Maßnahmen. Er hat Diesel und Benzin im Blut, hält offenbar nichts von moderner Mobilität. Herrn Dobrindt fehlen die Fantasie und der Wille für eine Verkehrswende.

 

 

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