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10. Dezember 2016 | 02:10 Uhr

Forstscheune Bahlenhüschen : Vereinsarbeit mitten in der Natur

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vom Köhlerfest bis zur Umweltwoche: Mitglieder sorgen für viel Leben in der Forstscheune Bahlenhüschen

In Deutschland gibt es mehr als 620 000 eingetragene Vereine. Dort treffen sich Menschen, um Sport zu treiben, ihren Hobbys nachzugehen, Traditionen und Kultur zu pflegen, zu helfen oder zu fördern. Im Schweriner Umland gibt es weit mehr als 100 Vereine. Die SVZ besucht einige von ihnen, um zu erfahren, warum sich Menschen in Vereinen engagieren, was ihnen wichtig ist und mit welchen Problemen sie dort zu kämpfen haben. Heute stellen wir den Verein „Forstscheune Bahlenhüschen“ vor.

Hunderte Gänse fliegen schnatternd Richtung Süden, während noch der Nebel über die Wiesen wabert. Wer Postkartenmotive sucht, wird an diesem milden November-Tag in der Lewitz fündig. Drei Männer im sportlichen Dress radeln an den alten Büdner- und Häuslereien vorbei und biegen dann am Forsthof ab. Christian Lange ist nicht mit dem Fahrrad, sondern mit dem Auto unterwegs. Das ist Kräfte schonender, denn als Leiter des Forstamts Friedrichsmoor ist er für ein Gebiet von knapp 68 000 Hektar mit sieben Revierförstereien verantwortlich. Eine davon ist Bahlenhüschen.

„In der Scheune ist es derzeit frischer als vor der Scheune“, sagt Christian Lange und schließt die Tür zur schmucken Forstscheune Bahlenhüschen auf. Wenn keine Veranstaltung stattfindet, dann bullert auch der schwere Ofen nicht. Vor gut zehn Jahren gab es keinen Bullerjan hier, auch nicht neue Eschen- und Eichenbalken, moderne Toiletten, Kachelboden, Wasserleitungen oder eine Blitzschutzanlage und da war das Betreten der denkmalgeschützten Scheune noch ein kleines Abenteuer. Dach löchrig, Holz faul, Wände marode. Ein Fall für die Abrissbirne. Oder für eine Komplettinstandsetzung, wenn doch nur das nötige Geld aufgebracht werden könnte. „Wir wollten diese Scheune aus dem 18. Jahrhundert gerne erhalten“, sagt der Forstamtsleiter. „Und dann mit Leben füllen“, ergänzt der 53-Jährige. Aber erst musste das Geld her. 500  000 Euro stellten Bund, Land und die Stiftung Wald und Wild bereit, viele Unternehmen aus der Umgebung Sach- und Dienstleistungen. Der ehemalige Viehstall konnte gerettet werden. 2004 wurden Mitstreiter für die Gründung des Vereins „Forstscheune Bahlenhüschen“ gesucht. „Es haben sich auf Anhieb viele gefunden, die sich engagieren wollten“, erinnert sich Lange, der selbst den Vorsitz übernahm, bevor dann sieben Jahre lang Cornelia Weiß die Geschicke des Clubs leitete. Seit 2015 ist er wieder Vorsitzender.

Brauchtum pflegen, Natur erlebbar machen, Kinder für die Umwelt sensibilisieren und begeistern – um all dies kümmern sich knapp 30 Mitglieder bis heute. Sie halten die Allee der Bäume in Schuss, die seit 1996 stetig um den jeweiligen Baum des Jahres wächst. Sie versorgen ein eigenes Bienenvolk, gehen mit Grundschülern auf Kräutertour oder laden zur Herbstwanderung ein. Oder zum Köhlerfest.

Schon fünf Mal schwelte ein Meiler in Bahlenhüschen, um Holzkohle zu gewinnen und um Besuchern dieses traditionelle Handwerk näherzubringen. „Das Köhlerfest ist auch bei Gästen sehr beliebt“, freut Christian Lange schon jetzt auf das nächste Fest dieser Art 2018.

Apropos Fest. Gefeiert wird viel auf dem Forsthof, denn die Scheune kann angemietet werden. „Das wird oft in Anspruch genommen“, weiß Vereinschef Lange. Familienfeiern aller Art fänden fast jedes Wochenende statt. Andere Vereine sind auch gern gesehene Gäste, müssen, anders als Privatpersonen, aber nichts für die Anmietung bezahlen. Der Verein unterstützt Vereine. In Bahlenhüschen ist das ausdrücklich gewünscht.

In den Wintermonaten geht es etwas beschaulicher in Bahlenhüschen zu. Aber wenn das Forstamt am Wochenende 10./11. Dezember jeweils von 10 bis 17 Uhr zum Weihnachtsmarkt auf den Forsthof Bahlenhüschen einlädt, dann helfen auch viele Vereinsmitglieder mit, dass an diesen Tagen nicht nur Weihnachtsbäume, sondern auch Honig, Gewürze, Literatur und viele andere Sachen verkauft werden können. Die werden auch in der Forstscheune angeboten, wo es dann mollig warm sein wird.

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erstellt am 27.Nov.2016 | 23:59 Uhr

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