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04. Dezember 2016 | 00:51 Uhr

Aktionstage gegen Sexismus in Rostock : Mehr ein Gefühl als ein Fakt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Stadtweite Aktionstage gegen Sexismus.Uni-Rektor: „Wahrnehmung und Akzeptanz für vielfältige Lebensformen haben sich geändert“

Bereits zum vierten Mal in Folge organisiert die Gender/Queer AG der Universität Rostock im November die stadtweiten Aktionstage gegen Sexismus an Hochschulen. „Als nach außen hin oft tolerante und weltoffene Umgebung gehört dieses Phänomen nach Ansicht vieler Studentinnen und Studenten der Vergangenheit an“, sagt Christoph Behrens, Romanist und Co-Leiter der AG. Die Uni sei als ein familienfreundlicher Raum gedacht, frei von jeglicher Form von Diskriminierung wie Sexismus und Rassismus, aber das allein habe keine Auswirkungen auf die Geisteshaltung der Menschen, betont der 27-Jährige. Sich selbst an die Nase fassen und sich für andere Lebensweisen zu öffnen, dazu sollen die Aktionstage motivieren.

Karrierechancen wirklich gleich?

Christoph Behrens, der seit dem Wintersemester 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Französischen und Italienischen Literaturwissenschaft an der Universität Rostock ist, engagiert sich schon seit Längerem für Diversität, Perspektivenvielfalt und Chancengerechtigkeit und hat sich in diesem Bereich besonders verdient gemacht. Als Gründer der Gender/Queer AG organisiert er an der Universität zahlreiche internationale Gastvorträge und Vorlesungen, Workshops und Seminare sowie zusammen mit Dr. Andrea Zittlau, Amerikanistin an der Universität Rostock und Co-Leiterin der AG, vielfältige Kunst- und Kulturveranstaltungen.

Das Vielfaltsmanagement der Universität wirke auf einer Ebene beispielsweise im Sinne der Frauenförderung, Internationalisierung und Inklusion, meint Behrens. Und dennoch existierten Sexismen in unterschiedlichen Formen. Frauen würden mit Klischees und Vorurteilen konfrontiert: Fragen, warum sie denn ein technisches Fach studieren oder schlechtere Chancen haben, auf der akademischen Karriereleiter aufzusteigen, stünden immer mal im Raum. LGBTIQ-Personen, also Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Identitäten, würden beleidigt, wenn sie durch Stadt und Campus laufen, ein Coming-out bedeute manchmal auch schlechtere Chancen für die akademische Karriere und löse Sticheleien der Kollegen aus. „Spricht man das Thema in Seminaren an, wollen sich alle distanzieren“, berichtet Dr. Andrea Zittlau. Den meisten Studenten und Uni-Mitarbeitern blieben diese Probleme verborgen. Dennoch sei Gleichstellung und -berechtigung in vielen Fällen immer noch mehr Gefühl als Fakt.

Einträge im „Buch der Vielfalt“

Rektor Prof. Wolfgang Schareck betont: „Unsere Wahrnehmung und Akzeptanz für vielfältige Lebensformen haben sich geändert.“ In der Förderung von Vielfalt und Individualität sieht der Rektor eine große Bereicherung für die Universität. „Wir können alle mehr Empathie gebrauchen, um uns in die Gefühlswelt anderer hinein zu denken“, sagt der Rektor. Er sehe die Universität Rostock aber auf gutem Weg. „Wir haben ein Prorektorat für Internationales Gleichstellungs- und Vielfaltsmanagement. Und wir wollen Vielfalt leben“, unterstreicht Prof. Schareck.

Als einer der Ersten hat sich Christoph Behrens in das neue „Buch der Vielfalt der Universität Rostock“ eingetragen. Bei allen größeren universitären Veranstaltungen soll das Buch künftig ausliegen, damit Studenten, Mitarbeiter und Gäste ihre Unterstützung für den Vielfaltsgedanken mit einem Eintrag zum Ausdruck bringen können.

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erstellt am 08.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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