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02. Dezember 2016 | 21:10 Uhr

Splitter : Junge Kirche mit ehrwürdigen Glocken

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Auf ihre kleine Kirche sind die Groß Linder stolz, immerhin gehört sie zu jenen, die vom Aufwind der Wende profitierten. „Aber eben auch nur, weil sich der damalige Kirchenälteste Erich Zedow (1925-2008) so engagierte“, fügt Dorothea Berger, heute Kirchenälteste, an. 1861 nach Entwürfen von Stüler im neugotischen Stil als Ersatz erbaut, schlug 1979 der Blitz im Turm ein. Der Schaden war groß. 1991 dann hatte Erich Zedow soviel Leute mit im Boot und Fördermittel eingeworben, dass es für eine umfangreiche Sanierung der Kirche reichte. Bei Restaurierungsarbeiten wurden in der Kirchturmkugel dann Dokumente aus der Erbauerzeit entdeckt, u. a. eine dreiseitige handschriftliche Aufzeichnung des Baumeisters datiert vom 1. September 1861, ein Situationsplan der Kirchenanlage, die Nummer 18 des „Kreisblattes für die Westprignitz“ von Sonnabend, dem 31. August 1861. Mit der Sanierung des Turms wurde 1991 begonnen, das Dach neu eingedeckt, die Eingangstür erneuert, die Winterkirche herausgenommen, dafür Bänke hergerichtet und mit einer Heizung versehen, eine funkgesteuerte Turmuhr installiert, die Wandmalerei neu aufgebracht, die Bleiverglasung der Fenster erneuert, die gesamte Kirche mit elektrischen Anlagen ausgestattet und die Lütkemüller Orgel, die 1896 installiert worden war, generalüberholt, hat Dorothea Berger recherchiert. Am 8. Mai 1993 wurde das Ende der Arbeiten mit einem Festgottesdienst gefeiert.

Die zwei Kirchenglocken sind übrigens aus der Vorgänger-Kirche und stammen aus dem 15. Jahrhundert. Sie entgingen im 2. Weltkrieg nur knapp der Einschmelzung zu Kriegszwecken. Sie waren schon auf dem Weg nach Ludwigslust, dann war der Krieg vorbei. So kehrten sie 1947 aus dem Depot in Hamburg nach Groß Linde in den Kirchturm zurück.

Ein Grabmal mit Denkmalstatus

Das Grabmal.
Das Grabmal.
Charlotte Schulz wurde in Groß Linde ein Denkmal gesetzt, richtig gesagt ihr Grabmal erhielt Denkmalstatus. Noch jung an Jahren war die Frau des Lehrers gestorben (26.12.1896-13.02.1919). „Das Grabmal für Charlotte Schulz ist ein qualitätsvolles Zeugnis der Friedhofs- und Grabkultur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Prignitz. Es dokumentiert die herausgehobene gesellschaftliche Stellung der Familie Schulz, die der jung verstorbenen Charlotte Schulz ein repräsentatives Erinnerungsmal setzte. Das Grabdenkmal für Charlotte Schulz besitzt aus diesen Gründen geschichtliche und künstlerische Bedeutung“, heißt es unter anderem in der Begründung des Landesamtes für Denkmalpflege.

 

Kein Fördertopf für Ortsteile

Ludwig Wagner und seine Lebensgefährtin.
Ludwig Wagner und seine Lebensgefährtin.
Die erste bekannte urkundliche Erwähnung Gramzows stammt aus dem Jahre 1345 (grampsowe). Der Ort gehörte zur Gemeinde Groß Linde, die am 1. Januar 1974 in die Stadt Perleberg eingegliedert wurde. Hier sind Ludwig Wagner und seine Lebensgefährtin Gisela Krumm zuhause. Das Leben spielt sich vor allem auf dem Gut ab, das auch der größte Arbeitgeber im Dorf ist. „Unsere dörfliche Idylle wollen wir uns bewahren“, betont Ludwig Wagner, der sich sehr für die Belange des Ortes engagiert. Aber die Lebensqualität darf dabei nicht auf der Strecke bleiben. „Doch bei allen Förderprogrammen fallen wir durch. Geht es um den ländlichen Wegebau, gehören wir zur Stadt. Das Stadtumbauprogramm hingegen greift nicht für die Ortsteile. So gesehen bleiben wir immer auf der Strecke.“

 

 

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