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09. Dezember 2016 | 12:41 Uhr

Kommentar des Autors : Grenzüberschreitung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Es war ein fesselndes TV-Drama. Wenn das öffentlich rechtliche Fernsehen versucht, die Zuschauer für Recht, Verfassung und Politik zu gewinnen, ist dies nur zu begrüßen. Die Art und Weise wie die ARD dies mit ihrem Themenabend allerdings getan hat, war fatal. Angefeuert von einer umfassenden Werbekampagne, die das sogenannte Urteil bereits vorweggenommen, das Publikum geradezu manipuliert hatte, geriet der „Terror“-Abend im Ersten mit anschließendem Zuschauer-Ted zur populistischen Grenzüberschreitung. Was als Volkshochschule getarnt war, entpuppte sich als Jagd nach Quote mit dem Thema Terror. Dass es sich um Fiktion handelte, wurde weitgehend ausgeblendet. Dass man Grundrechte nicht einfach durch ein Schöffengericht zur Disposition stellen kann ebenso. Die schwierige verfassungsrechtliche Entscheidung, der Grundsatz der Unantastbarkeit der Menschenwürde und des höchstrichterlich bestätigten Prinzips, nicht einfach Menschenleben gegen Menschenleben aufrechnen zu dürfen, kamen viel zu kurz, wurden der Dramaturgie geopfert. Ein Volksentscheid des Fernsehpublikums führt in die Irre.

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