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05. Dezember 2016 | 03:20 Uhr

Kommentar des autors : Bundespräsident kann Merkel nicht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bundespräsident kann sie nicht. Angela Merkels frühere Kandidaten Horst Köhler und Christian Wulff werden nicht als Vorzeigebundespräsidenten in die Geschichtsbücher eingehen. Beide machten letztendlich eine unglückliche Figur, traten vorzeitig zurück. Joachim Gauck dagegen, den glänzenden Amtsinhaber, wollte die Kanzlerin verhindern – zum Glück ohne Erfolg. Jetzt ist sie abermals gescheitert, handelte sich bei dem Versuch, einen veritablen Kandidaten aus den Reihen der Union für das höchste Staatsamt zu präsentieren, Absage um Absage ein. Am Ende steht SPD-Chef Sigmar Gabriel als großer Gewinner des Präsidentenpokers da, hat er doch seinen Favoriten Steinmeier mit Hilfe von CSU-Chef Seehofer durchgesetzt.

Steinmeier ist sicher ein geeigneter Kandidat, um die Rolle des Staatsoberhauptes zu übernehmen. Was als Zeichen der Stabilität der großen demokratischen politischen Mitte in Deutschland gedacht ist, wird von manch einem eher als Große Koalition des Kungelns und Postenschachers wahrgenommen werden. Eine echte Wahl, eine Entscheidung zwischen zwei Bewerbern, wäre in diesem Fall sicher die bessere Lösung gewesen.

Dass die große Volkspartei CDU entweder kaum noch über große Persönlichkeiten verfügt, die für den Traumjob im Schloss Bellevue in Frage kämen oder geeignete Anwärter abwinken, Risiko und Verantwortung scheuen, ist kein gutes Zeugnis für die Partei und ihre Vorsitzende, die keinen Joker mehr hatte und von Gabriel und Seehofer ausmanövriert worden ist. Bundespräsident kann Merkel nicht.

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