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Wirtschaft

25. Februar 2017 | 17:00 Uhr

Folgen der Energiewende : Strompreise steigen und steigen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Lasten der Energiewende zeigen Wirkung. Es treffe vor allem Haushaltskunden ohne Eigentum, kritisieren Verbraucher und sprechen sich für eine gerechtere Verteilung der Kosten aus.

Strom wird für Deutschlands Haushaltskunden noch teurer. Nach der jüngsten Strompreisanalyse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) steigt die Stromrechnung für einen Durchschnittshaushalt 2017 um mehr als einen Euro auf gut 85 Euro im Monat. Im Jahr 2000 musste der Haushalt mit 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch nur gut 40 Euro im Monat zahlen.

Einen großen Anteil haben nach der BDEW-Mitteilung staatliche Lasten zur Finanzierung der Energiewende und für den allgemeinen Haushalt: 2017 zahlen die Bürger danach mit ihrer Stromrechnung mehr als 35 Milliarden Euro für Steuern, Abgaben und Umlagen. Den größten Anteil hat mit 24 Milliarden Euro die Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage). „Angesichts dieser Zahlen müssen wir darüber diskutieren, wie die Finanzierung der Energiewende künftig sinnvoll gestaltet werden kann“, sagte BDEW-Chef Stefan Kapferer.

Verbraucherschützer kritisieren, dass Eigenheimbesitzer mit dem selbst produzierten und verbrauchten Strom etwa über Photovoltaik auf dem Dach fast immer von der EEG-Umlage ausgenommen sind. Breite Ausnahmeregelungen gebe es außerdem für die energieintensive Industrie. So konzentriere sich die finanzielle Belastung der Energiewende zu stark auf die Mieter, die meist keinen Strom für den Eigenbedarf erzeugen könnten.

„Wie teuer soll das noch werden – da muss der Staat mit Steuergeld rein und kann das nicht komplett auf die Verbraucher abwälzen“, sagte Energieexperte Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. Den BDEW-Zahlen zufolge steigt der Anteil an Steuern, Abgaben und Umlagen am Strompreis 2017 erstmals auf 55 Prozent. Seit 1998 habe sich dieser Kostenblock verdoppelt. Hinzu kommen gut 25 Prozent für Netzentgelte, aus denen der Ausbau des Stromnetzes, aber auch die Noteingriffe in das Stromnetz wegen Mangel oder Überlastung bezahlt werden. Der von den Versorgern beeinflussbare Teil am Strompreis für die Beschaffung und den Vertrieb sei dagegen erneut auf jetzt weniger als ein Fünftel gesunken.

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