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Wirtschaft

09. Dezember 2016 | 02:56 Uhr

Investoren willkommen : Osram auch für chinesische Investoren offen

vom

Osram-Chef Olaf Berlien kann erst einmal nichts Bedrohliches an einem möglichen Einstieg ausländischer Firmen finden - auch nicht, wenn sie aus China kommen.

Nach wochenlangen Spekulationen um einen möglichen Einstieg chinesischer Investoren hat sich Konzernchef Olaf Berlien offen gezeigt für neue Anleger. «Eine börsennotierte Gesellschaft ist immer auf der Suche nach Investoren», sagte Berlien.

Das sei «nichts Bedrohliches, so funktioniert halt die Börse». Auch eine Komplettübernahme von Osram halte er grundsätzlich für möglich. Mit potenziellen Anlegern aus China habe es Gespräche gegeben, bestätigte Berlien. Ein konkretes Angebot liege nicht vor, das Interesse bestätige aber die Attraktivität des Unternehmens.

Siemens hatte seine frühere Tochter Osram 2013 über die Börse abgespalten und betrachtet die Beteiligung seit längerem nicht mehr als Kerngeschäft. Der Elektrokonzern hält noch einen Anteil von 17,5 Prozent an Osram. In den vergangenen Wochen hatte es wiederholt Übernahmespekulationen um den Lichtkonzern gegeben. Im Gespräch waren der chinesische Finanzinvestor GSR Go Scale Capital sowie der Halbleiterhersteller San'an Optoelectronics, mit dem es laut Berlien Kontakte gab, zu denen er sich aber nicht näher äußern wollte.

Für das neue Geschäftsjahr 2016/17 peilt Osram derweil ein ordentliches Wachstum an. Anziehende Investitionen dürften allerdings auf der Gewinnkraft des MDax-Konzerns lasten. Ohne die zu verkaufende Lampensparte Ledvance und auf vergleichbarer Basis rechnet Osram mit einem Umsatzwachstum zwischen 5 und 7 Prozent. Dabei sollen alle verbliebenen Geschäftsbereiche - die LED-Chips, die Lichtsysteme und auch das Geschäft mit Autobeleuchtung - ein «gesundes Wachstum» aufweisen, wie Finanzvorstand Ingo Bank sagte.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (30. September) lagen die Erlöse des Lichtkonzerns - ebenfalls ohne Ledvance - bei knapp 3,8 Milliarden Euro, der Gewinn nach Steuern belief sich auf 532 Millionen Euro.

Im vierten Geschäftsquartal fuhren die Münchner allerdings einen Verlust ein, weil Ledvance im Tagesgeschäft Geld verlor und der geplante Verkauf der Sparte für Sonderkosten sorgte. Unter dem Strich stand ein auf die Aktionäre entfallender Verlust von 46 Millionen Euro nach 68 Millionen Euro Gewinn vor einem Jahr. Ledvance soll an chinesische Investoren um LED-Hersteller MLS gehen. Die Bundesregierung will das Geschäft genauer unter die Lupe nehmen, Konzernchef Berlien rechnet aber weiter wie geplant mit einem Abschluss noch im laufenden Geschäftsjahr.

Ledvance herausgerechnet ging der Umsatz im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 3,1 Prozent auf 909 Millionen Euro zurück. Ohne Währungsschwankungen sowie Verrechnungseffekte aus Zu- und Verkäufen wäre der Erlös um 0,6 Prozent gesunken.

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erstellt am 09.Nov.2016 | 14:11 Uhr

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