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Wirtschaft

10. Dezember 2016 | 15:38 Uhr

Börse in Frankfurt : Neuer Rückenwind für Clinton treibt den Dax an

vom

Nach der Entlastung durch das FBI sind die Marktakteure wieder optimistischer, dass sich die Kandidatin der Demokraten im engen Rennen durchsetzen kann. Die Erinnerung an das völlig überraschende Brexit-Votum der Briten lässt allerdings keine Euphorie aufkommen.

Neuer Rückenwind für Hillary Clinton kurz vor der US-Präsidentschaftswahl hat am deutschen Aktienmarkt heute für deutliche Erleichterung gesorgt.

Der Dax stieg mit dem Handelsschluss am Montag auf sein Tageshoch bei 10 456,95 Punkten und verzeichnete damit ein Plus von 1,93 Prozent. Damit erholte sich der Leitindex etwas von seinem rund vierprozentigen Verlust der vergangenen Woche.

Der MDax gewann 1,22 Prozent auf 20 677,21 Punkte, und der Technologiewerte-Index TecDax legte um 1,84 Prozent auf 1722,49 Punkte zu. In den USA ergaben die Prüfungen der neu entdeckten E-Mails von Hillary Clinton laut dem FBI keine Hinweise auf ein kriminelles Verhalten der demokratischen Präsidentschaftskandidatin. Die neuerlichen Untersuchungen hatten Clinton zuletzt leichte Einbußen in den Umfragen beschert und den als unberechenbar geltenden republikanischen Kontrahenten Donald Trump besser dastehen lassen.

Die aktuellen Kursentwicklungen am Aktienmarkt, so ein Marktbeobachter, schienen aber «recht emotional geprägt» zu sein. Die Unsicherheit über eine Nachhaltigkeit der Kursgewinne sei daher recht hoch. Der US-Wahlausgang sei zudem weiter völlig offen, kommentierte Jochen Stanzl von CMC Markets. «Und spätestens seit der Brexit-Abstimmung wissen die Anleger, dass Umfragen nicht das Papier wert sind, auf dem sie veröffentlicht werden.»

Der Bankensektor legte kräftig zu, was vor allem an starken Quartalszahlen der britischen Bank HSBC und der Hoffnung auf bald steigende Zinsen in den USA lag. Für den Fall eines Wahlsieges von Hillary Clinton rechnen die meisten Marktteilnehmer mit einer Leitzinsanhebung der US-Notenbank Fed im Dezember. An der Dax-Spitze legten die Papiere der Commerzbank um 5,21 Prozent zu. Gleich dahinter folgten mit plus 5,19 Prozent die Anteile der Deutschen Bank.

Vorwürfe gegen die Volkswagen-Tochter Audi sorgten dafür, dass die Vorzugsaktien von Volkswagen als einer der schwächsten Dax-Werte lediglich um 0,55 Prozent vorankamen. Einem Medienbericht zufolge ist Audi wohl stärker als bislang bekannt in den Abgasskandal verstrickt. Einziger Dax-Wert im Minus waren die als defensiver geltenden Papiere des Kosmetik-Unternehmens Beiersdorf. Sie verloren 0,42 Prozent.

Im TecDax-Spitzenfeld gewannen die Aktien des Karrierenetzwerk-Betreibers Xing nach Quartalszahlen 4,90 Prozent. Ansonsten bewegten vor allem Umstufungen: So sackten am MDax-Ende die Titel des Internet-Modehändlers Zalando nach einer Verkaufsempfehlung der UBS um 3,80 Prozent ab.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,85 Prozent auf 3009,28 Punkte. Deutlich aufwärts ging es auch für den Cac 40 in Paris und den FTSE 100 in London. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsschluss 1,7 Prozent höher.

Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei minus 0,02 Prozent auf ihrem Stand vom Freitag. Der Rentenindex Rex sank um 0,01 Prozent auf 142,66 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,07 Prozent auf 162,25 Punkte. Der Euro geriet unter Druck und wurde zuletzt mit 1,1037 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1062 (Freitag: 1,1093) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9040 (0,9015) Euro gekostet.

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erstellt am 07.Nov.2016 | 18:31 Uhr

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