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Wirtschaft

03. Dezember 2016 | 10:33 Uhr

Qualitätsoffensive : Milliarden für bessere Kitas

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bund und Länder starten Qualitätsoffensive. Mehr Fachpersonal, bessere Sprachförderung und Gebührenentlastung für Eltern

Für eine neue Qualitätsoffensive in der Kindertagesbetreuung wollen Bund und Länder in den nächsten Jahren stetig wachsende Milliardenbeträge bereitstellen. Der Finanzbedarf für die gemeinsamen Qualitätsziele – mehr Fachpersonal in den Kitas, bessere Sprachförderung und Gebührenentlastung für Eltern – liege bei insgesamt rund zehn Milliarden Euro pro Jahr, sagte Familienministerin Manuela Schwesig gestern in Berlin.

Die SPD-Politikerin will dafür sorgen, dass der Bund 2018 zusätzlich eine Milliarde Euro übernimmt und diesen Beitrag in einem Stufenplan auf jährlich fünf Milliarden Euro erhöht. In den nächsten Monaten sollten „Eckpunkte für ein Qualitätsentwicklungsgesetz erarbeitet werden“, sagte Schwesig. Wichtig sei ein „Instrumentenkasten“, aus dem sich jedes Bundesland nach seinen Bedürfnissen bei der Qualitätsverbesserung von Kita-Betreuung bedienen kann. Die den Ländern jeweils zugeteilte Summe solle sich an der Anzahl der unter dreijährigen Kinder orientieren – das sei die gerechteste Lösung.

Für die Länderseite nannte Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) Kita-Standards „unverzichtbar“. Die Betreuungsquoten seien insgesamt gut, aber bei der Qualität gebe es Nachholbedarf. Die Einhaltung der Standards solle durch eine Zielvereinbarung des Bundes als Geldgeber mit jedem einzelnen Bundesland gesichert werden. Baaske verwies auf eine Berechnung von Experten, wonach der Bund von seinen Investitionen stark profitiere. Für jeden in bessere Kita-Betreuung investierten Euro erhalte er 53 Euro zurück – Geld, das sonst beispielsweise in Sozialkosten und Arbeitslosengeld fließen würde.

Nach einem neuen Bund-Länder-Zwischenbericht liegt der qualitativ notwendige Fachkraft-Kind-Betreuungsschlüssel für unter Dreijährige bei 1 zu 3 bis 1 zu 4, ab dem dritten Lebensjahr dann bei 1 zu 9. Wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt hatte, wird derzeit ein Drittel aller Kinder unter drei Jahren in einer Kita betreut.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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