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Wirtschaft

29. Juli 2016 | 16:00 Uhr

DDR-Fahrrad-Marke : Mifa beantragt Insolvenz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach monatelangem Bangen beantragte die Firma mit derzeit 600 Mitarbeitern Insolvenz in Eigenverwaltung – und will den Neustart in eigener Regie angehen.

  In der Nähe von Nizza schloss Carsten Maschmeyer gerade mit Schauspielerin Veronica Ferres den Bund fürs Leben. Doch eine seiner vielen Beteiligungen, die Mitteldeutschen Fahrradwerke (Mifa), sucht jetzt neue Partner. Nach monatelangem Bangen beantragte die Firma mit derzeit 600 Mitarbeitern gestern Insolvenz in Eigenverwaltung – und will den Neustart in eigener Regie angehen. Seit der Entdeckung von Fehlern in der Bilanz Anfang des Jahres suchte der absatzstärkste deutsche Fahrradbauer händeringend Geld.

Hoffnungen setzte das Management auf den indischen Marktführer Hero Cycles. Zuletzt sollte er die Mehrheit übernehmen und Altaktionäre und Anleihengläubiger dafür Verzicht üben. Doch die Idee hat sich vorerst zerschlagen – man habe sich mit den Indern nicht einigen können, erklärte Mifa.

Der frühere AWD-Chef Maschmeyer war 2011 beim ostdeutschen Vorzeigeunternehmen eingestiegen. Ein Jahr später war er mit rund einem Drittel der Anteile größter Anteilseigner. Doch Anfang des Jahres kam dann heraus, dass die Bilanzen von Mifa nicht stimmten. Nach neuen Berechnungen lief allein 2013 ein Verlust von mehr als 13 Millionen Euro auf. Dabei hatte Mifa jahrelang gute Zahlen präsentiert. Vor allem die Nachfrage nach modernen und teuren E-Bikes habe den Umsatz in die Höhe getrieben, hieß es regelmäßig in den Quartalsberichten. Das 2004 an die Börse gegangene Unternehmen expandierte und kaufte hinzu. Zuletzt lag der Jahresumsatz bei 111 Millionen Euro, selbst der Papst fuhr auf einem E-Bike von Mifa.

Den Sanierungskurs hatte Maschmeyer - bei dem auch seine Anteile durch die Herausgabe neuer Aktien deutlich verwässert worden wären – offensiv mitgetragen. Die Rettung des Unternehmens und der Erhalt der Arbeitsplätze stünden im Vordergrund, hatte ein Maschmeyer-Sprecher nach der Veröffentlichung der Pläne erklärt.

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erstellt am 29.Sep.2014 | 20:25 Uhr

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