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Wirtschaft

04. Dezember 2016 | 21:24 Uhr

4000 Jobs auf der Kippe : Krisentreffen um Kaiser's Tengelmann angesetzt

vom

Die Zukunft von Kaiser's Tengelmann hängt am seidenen Faden, keiner weiß, wie es weiter geht. In einem letzten Krisentreffen soll nun eine Lösung gefunden und der gordische Knoten zerschlagen werden. Ob das gelingt, ist fraglich.

Kurz vor Ablauf der Frist zur Lösung des Streits um die Zukunft von Kaiser's Tengelmann haben die beteiligten Unternehmen ein Spitzentreffen angesetzt.

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Unternehmenskreisen erfuhr, sollen die Gespräche «zeitnah» stattfinden, vermutlich am Donnerstag. Zum genauen Ort und Zeitpunkt wurden keine Angaben gemacht.

Auf einer Betriebsversammlung von Mitarbeitern des Bezirks Nordrhein hatte der Sprecher der Geschäftsführung von Kaisers's Tengelmann, Raimund Luig, zuvor ebenfalls von weiteren Verhandlungen gesprochen. Ob es gelingt, die verlustreiche Supermarktkette vor einer Zerschlagung zu bewahren, ist ungewiss. 2016 habe das Unternehmen «enorme Verluste gemacht, die Umsätze sind weiter gesunken und der Wettbewerbsdruck durch die Discounter steigt», sagte der Manager.

Tengelmann-Eigentümer Erivan Haub hatte eine Frist bis zu diesem Freitag gesetzt, um noch eine Einigung zwischen Kaiser's Tengelmann und Branchenprimus Edeka auf der einen Seite und den Konkurrenten um Rewe, Markant und Norma auf der anderen zu erzielen. Über den Verlauf der Verhandlungen, an welchen auch die Gewerkschaft Verdi beteiligt ist, haben die Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

Kommt eine Lösung nicht zustande, will Haub angesichts der weiter auflaufenden Verluste sofort mit dem Einzelverkauf der Filialen beginnen. Tausende Arbeitsplätze wären dann bedroht, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Dort könnte es zur Schließung von zahlreichen Filialen kommen, für die sich kein Käufer findet.

Als ein möglich Interessent soll sich inzwischen Medienberichten zufolge auch der österreichische Immobilienunternehmer René Benko ins Spiel gebracht haben. Seine Gesellschaft Signa, die vor wenigen Jahren die Karstadt Warenhäuser übernommen hatte, könnte an einzelnen Standorten interessiert sein.

Die Gewerkschaft Verdi und Edeka favorisieren die Komplettübernahme von Kaiser's Tengelmann durch den Branchenprimus Edeka. Das würde die meisten Arbeitsplätze retten. Den geplanten Kauf durch Edeka hatte das Bundeskartellamt zunächst untersagt, war dann aber durch eine Ministererlaubnis ausgehebelt worden. Konkurrenten um Rewe, Norma und Markant klagten und das OLG Düsseldorf legte die Genehmigung auf Eis.

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erstellt am 06.Okt.2016 | 08:17 Uhr

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