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Wirtschaft

05. Dezember 2016 | 11:29 Uhr

Wirtschaft : Die Tanne von nebenan

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kunden wollen Weihnachtsbäume aus der Region. Für Qualität wird gern mehr bezahlt

Nur noch wenige Wochen bis zum Weihnachtsfest – und damit stehen auch wieder wichtige Fragen im Raum: Welchen Baum nehmen wir und wie viel müssen wir für die Traumtanne ausgeben. Rasmus Buchsteiner sprach mit Bernd Oelkers, Vorsitzender des Bundesverbandes der Weihnachtsbaumerzeuger, über Trends und Preise.

Bald wird die Weihnachtsbaumsaison eröffnet: Worauf können sich die Kunden in diesem Jahr einstellen?
Oelkers: Es wird bei den Preisen keine spektakulären Veränderungen geben. Das ist die gute Nachricht. Wir werden auf dem gleichen Niveau liegen wie im vergangenen Jahr. Angebot und benötigte Menge sind in einer guten Balance.
Wir rechnen damit, dass wir in diesem Jahr 27 bis 28 Millionen Weihnachtsbäume verkaufen werden.
Und wie fallen die Preise konkret aus?
Die Nordmanntanne in Premiumqualität liegt in diesem Jahr bei 19 und 24 Euro pro Meter. Im ländlichen Raum ist es natürlich etwas günstiger, weil dort anders als in den Innenstädten weniger Standmiete gezahlt werden muss. Die Blaufichte kostet in diesem Jahr zwischen neun und 14 Euro je Meter. Die normale Rotfichte wird zwischen sechs und zehn Euro liegen.
Welche Bäume werden besonders nachgefragt?
Die Nachfrage nach kleineren und makellosen Bäumen steigt. Die Kunden legen besonderen Wert auf Qualität. Viele Verbraucher sind bereit, mehr für ihren Weihnachtsbaum auszugeben – dann nämlich, wenn er aus der Region kommt. Die Regionalität ist sozusagen das neue Bio.
Gibt es ansonsten besondere Trends in dieser Saison?
Immer mehr Anbieter bieten ein Rund-um-sorglos-Paket. Sie liefern den Baum nach Hause, dort wird er fertig geschmückt und nach den Festtagen gibt es auch einen Abholservice. Der Kunde muss sich um nichts kümmern. Heiligabend steht das Prachtexemplar im Wohnzimmer, ohne dass man damit Arbeit hätte. Das ist besonders für Familien interessant, bei denen beide Eltern berufstätig sind.
Wie teuer ist es, sich so einen Baum liefern zu lassen?
Diese Bäume kosten dreistellig. Es geht los mit gut 100 Euro. Aber da ist dann auch das ganze Paket mit dabei: Liefern, Aufstellen, Schmücken, Abholen.
Welche Rolle spielt eigentlich die Konkurrenz aus dem Ausland?
Wir haben bei Weihnachtsbäumen keinen Selbstversorgungsgrad von 100 Prozent. 90 Prozent der bei uns verkauften Bäume kommen aber aus Deutschland. Rund 2,8 Millionen Euro – das entspricht etwa zehn Prozent – stammen aus dem Ausland, meist aus Dänemark. Natürlich exportieren wir auch ins Ausland.
Was bereitet den Weihnachtsbaumerzeugern in Deutschland im Moment die größten Sorgen?
Oelkers: Sorgen machen uns eigentlich nur Wetterkapriolen. Wir hatten 2016 richtig gutes Wachstum. Zum Herbst hin ist es in Deutschland wieder sehr trocken geworden. Im September hat es an manchen Standorten noch mehr als 30 Grad gegeben. Da haben die Bäume natürlich gelitten. Vor einer Woche habe ich mir noch große Sorgen gemacht, was die Saison angeht. Aber jetzt gibt es den ersten Frost. Man merkt, dass die Vegetation zur Ruhe kommt. Es gibt ausreichend Niederschlag für unsere Bäume. Also alles bestens!

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