zur Navigation springen

Wirtschaft

26. September 2016 | 21:02 Uhr

Partnerschaft der Giganten : Chinesische Wanda-Gruppe und Sony vereinbaren «Allianz»

vom

Das Hollywood-Studio Sony Pictures sucht Zugang zum boomenden chinesischen Filmmarkt. Chinas Wanda-Konzern will sich als globaler Mitspieler etablieren. Was kommt dabei raus?

Chinas Wanda-Gruppe und das Hollywood-Studio Sony Pictures wollen künftig eng kooperieren. Die Unterhaltungsriesen vereinbarten eine «strategische Allianz», die eine gemeinsame Finanzierung von Produktionen einschließt, wie der Wanda-Konzern am Freitag mitteilte.

Die Partnerschaft kann Sony Pictures eine größere Präsenz in China verschaffen, das bald die USA als größter Kinomarkt der Welt überholen dürfte. Der Zuwachs lag im vergangenen Jahr schon bei 48 Prozent.

Nach dem Kauf des Hollywood-Studios Legendary («Jurassic Park», «Godzilla», «Batman») für 3,5 Milliarden US-Dollar im Januar ist die Partnerschaft mit Sony ein weiterer Schritt des Wanda-Konzerns, seine Position im weltweiten Filmgeschäft auszubauen. Die Gruppe um den chinesischen Milliardär Wang Jianlin ist bereits der größte Kinobetreiber der Welt und ein führender Filmproduzent in China.

Wanda gehören neben der größten Zahl von Lichtspieltheatern in China und in Asien auch die zweitgrößte amerikanische Kinokette AMC, Hoyts in Australien sowie Odeon & UCI in Europa. Wanda Cinema Line verzeichnete im ersten Halbjahr einen Zuwachs von 64 Prozent auf 5,7 Milliarden Yuan Umsatz, umgerechnet 762 Millionen Euro. In China betreibt der Konzern mehrere Unterhaltungsparks und sieht sich als größter Konkurrent für das im Sommer in Shanghai eröffnete Disneyland.

«Der chinesische Markt für Hollywood-Filme boomt weiter, und diese Allianz wird unserer Fähigkeit, mit dem Publikum direkt in Verbindung zu treten, einen kräftigen Anschub geben», sagte Tom Rothman von Sony Pictures einer Mitteilung von Wanda zufolge. Chinas Filmmarkt ist streng kontrolliert. Die Behörden erlauben nur den Import von 34 ausländischen Streifen im Jahr. Mit Koproduktionen versuchen Filmproduzenten, die Quoten zu umgehen.

Wanda-Gründer Wang Jianlin will die chinesische Filmindustrie auf Weltniveau bringen, sieht aber noch viel Nachholbedarf. Sein Unternehmen baut in der ostchinesischen Hafenstadt Qingdao einen riesigen Komplex mit Film- und Fernsehstudios, der 2017 fertig werden soll. Auch kündigte Wanda im vergangenen Monat an, 150 Filmtheater nach dem kanadischen IMAX-Kinosystem in China bauen zu wollen.

Die Tochterfirma Legendary East produziert gerade einen Film mit dem Starregisseur Zhang Yimou über die Große Mauer. Mit dem amerikanischen Schauspieler Matt Damon zielt der Streifen auch auf den internationalen Markt. Er kommt im Februar 2017 in die Kinos.

Weitere Bündnisse wie mit Sony seien zum Ausbau der internationalen Kooperation geplant, sagte Jack Gao, Chef des Kulturarms der Wanda-Gruppe, die mit Immobilien und Einkaufsplazas groß geworden ist. Der Konzern sei ein «Schlüsselpartner auf dem begehrten chinesischen Markt», fand Gao.

Umgekehrt baut das Unternehmen seit Jahren auch sein internationales Portfolio aus. Im August 2015 kaufte Wanda für 650 Millionen US-Dollar die Marke «Ironman» und die World Triathlon Corporation. Auch stieg der Konzern für 45 Millionen Euro mit 20 Prozent beim spanischen Fußballclub Atlético Madrid ein. Für gut eine Milliarde Euro kauft die Gruppe den Sportvermarkter Infront im Schweizer Zug.

Wanda-Mitteilung

Sony Pictures

zur Startseite

von
erstellt am 23.Sep.2016 | 11:27 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen