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Wirtschaft

07. Dezember 2016 | 09:41 Uhr

Streiks bei der Lufthansa : 52 Flüge von und nach Hamburg gestrichen - Piloten streiken auch am Donnerstag

vom

In Hamburg wurden je 26 Starts und Landungen abgesagt. Und die Piloten weiten ihre Streiks noch aus.

Hamburg/Düsseldorf | Am Hamburger Flughafen hat am Mittwochmorgen der Streik der Lufthansa-Piloten begonnen. Insgesamt seien 26 von 30 Ankünften und 26 von 30 Abflügen gestrichen worden, sagte ein Flughafen-Sprecher am Mittwoch. Betroffen seien damit fast alle Flüge nach Frankfurt und München. Die Lufthansa steuert von Hamburg aus nur diese beiden Städte an. Auch am Donnerstag müssen sich Passagiere in Hamburg auf Ausfälle einstellen. Die Vereinigung Cockpit hatte am Dienstagabend mitgeteilt, dass der Streik auf zwei Tage ausgeweitet werde. Das Arbeitsgericht Frankfurt hatte am Dienstag in erster Instanz einen Antrag der Fluggesellschaft auf eine einstweilige Verfügung gegen den Streik abgewiesen.

Es handelt sich um den 14. Streik in der laufenden Tarifauseinandersetzung. Dieses Mal geht es ausschließlich um die Tarifgehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, der Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings. Die Piloten verlangen Tariferhöhungen von 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren. Die Pilotengewerkschaft hatte zuvor erneut den Vorschlag des Unternehmens abgelehnt, in eine Schlichtung zu den offenen Gehaltsverhandlungen einzusteigen.

Am Mittwoch könnten von Hamburg nur jeweils zwei Maschinen nach München und Frankfurt starten und landen. Die Passagiere schienen sich gut auf den Streik eingestellt zu haben. Am frühen Morgen waren keine langen Schlangen in den Terminals zu sehen - Chaos blieb aus.

Die Lufthansa steuert von Hamburg aus nur Frankfurt und München an. Aufgerufen zu dem Streik hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Die Streikfolgen betreffen ungefähr 5000 bis 6000 Passagiere, die nicht reisen können und auf die Bahn, das Auto oder andere Fluglinien ausweichen müssen. Der Flughafen erwartete jedoch wie bereits am Dienstag keine besonderen Vorkommnisse, da die Passagiere sich auf die Situation einstellen.

Bundesweit fallen am Mittwoch wegen des Pilotenstreiks 876 Flüge aus. Rund 100.000 Passagiere sind nach Angaben der Lufthansa betroffen. Das Unternehmen kündigte an, Sonderflugpläne zu erstellen. Passagiere könnten sich im Internet erkundigen, ob ihr Flieger abhebt. Die Piloten-Vereinigung Cockpit hatte den Streik am Montag angekündigt.

Am Dienstag war bereits das Kabinenpersonal der Lufthansa-Billigtochter Eurowings nach einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi in Hamburg und Düsseldorf in einen ganztägigen Streik getreten. An den beiden Flughäfen waren die Beschäftigten zwischen 5 Uhr und 20 Uhr zum Arbeitskampf aufgerufen, teilte Verdi in Berlin mit.

In Hamburg wurden bis zum Mittag jeweils sieben Ankünfte und Abflüge gestrichen, unter anderem nach Dresden, Amsterdam und Stuttgart. Insgesamt standen 20 An- und Abflüge von Eurowings auf dem Flugplan.

Am Flughafen war es am Dienstag ruhig. An den Schaltern von Eurowings fanden sich nur wenige Fluggäste ein. Durch die Benachrichtigung der Fluggäste über Internet, SMS und Mail sind die meisten Passagiere nach Angaben des Flughafens gut über den Status ihres Fluges informiert und reisen nicht vergeblich an.

In Düsseldorf wurden 50 von insgesamt 88 geplanten Verbindungen gestrichen, darunter Flüge nach Berlin, Prag und Wien. 38 Flüge sollten stattfinden, wie ein Sprecher des Düsseldorfer Flughafens sagte. Die Gewerkschaft und das Unternehmen streiten seit geraumer Zeit ums Geld und weitere Verbesserungen für das Kabinenpersonal.

Es handelt sich um den 14. Streik in der laufenden Tarifauseinandersetzung. Dieses Mal geht es ausschließlich um die Tarifgehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, der Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings. Die Piloten verlangen Tariferhöhungen von 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Die Pilotengewerkschaft hatte zuvor erneut den Vorschlag des Unternehmens abgelehnt, in eine Schlichtung zu den offenen Gehaltsverhandlungen einzusteigen.

Das müssen Reisende jetzt wissen

Welche Rechte haben Passagiere?

LUFTHANSA: Betroffene Lufthansa-Flüge können kostenlos storniert werden, wie ein Lufthansa-Sprecher erklärte. Ob ihr Flug betroffen ist, können Sie auf der Webseite des Unternehmens überprüfen. Heute  sollen 876 Flüge ausfallen. Lufthansa bietet außerdem ab sofort kostenlose Umbuchungen an. Wer im Besitz eines Lufthansa-, Swiss-, Austrian-Airlines- oder Brussels-Airlines-Tickets für Flüge am 23. November 2016 mit Abflug in Deutschland ist, kann auf der Webseite des Unternehmens unter „Meine Buchungen“ umbuchen – auch, wenn der gebuchte Flug nicht vom Streik betroffen ist.Umbuchungen sind allerdings nur innerhalb des Originaltarifs möglich. Das Ticket muss vor dem 21. November 2016 ausgestellt worden sein und der neue Reisezeitpunkt vor dem 1. März 2017 liegen.

EUROWINGS: Langstreckenflüge sowie Flüge, die von Germanwings, SunExpress oder anderen Partner-Airlines ausgeführt werden, sollen von den Streikmaßnahmen nicht betroffen sein, heißt es auf der Webseite des Unternehmens. Betroffene Eurowings-Flüge können sowohl vor als auch nach der geplanten Abflugszeit kostenlos storniert oder umgebucht werden. Über die aktuelle Lage können sich Reisende etwa unter „Flugstatus“ auf der Eurowings-Webseite informieren.

Ersatzbeförderung

Die Fluggesellschaft muss Kunden so schnell wie möglich eine alternative Beförderung anbieten. Bei streikbedingten Flugausfällen oder deutlichen Verspätungen ist eine Umbuchung  möglich. Die Airline kann jedoch auch andere Transportwege anbieten, wenn das Ziel per Bus oder Bahn erreichbar ist. Verschiebt sich ein Flug  um wenige Stunden, können Kunden warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Fällt der Flug jedoch  aus oder verspätet sich um mehr als fünf Stunden, dürfen sie das Ticket zurückgeben. Dann gibts  Geld zurück.

Versorgung

Verschiebt sich der Flug wegen eines Streiks, haben Passagiere je nach Dauer der Verspätung und Streckenlänge Anspruch auf Betreuungsleistungen wie Essen und Getränke. Meist erhalten sie dafür Gutscheine von der Fluggesellschaft oder – bei einer Pauschalreise – vom Veranstalter. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter auch die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

Entschädigung

Nach aktueller BGH-Rechtsprechung liegt im Fall eines Streiks höhere Gewalt vor. Das bedeutet: Reisenden steht keine Entschädigung zu, wenn der Flug ausfällt oder sich mehr als drei Stunden verspätet. Das gilt unter der Bedingung, dass die Airline alles in ihrer Macht stehende unternimmt, um die Folgen des Streiks zu minimieren.

 
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erstellt am 23.Nov.2016 | 06:55 Uhr

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