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Politik

08. Dezember 2016 | 23:04 Uhr

39 Kampfjets betroffen : Schrauben locker beim „Tornado“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fast jeder zweite Kampfjet am Boden – wieder eine ärgerliche Panne bei Bundeswehr. Wichtigste Mission ruht – wie lange, weiß keiner

Fast jeder zweite „Tornado“-Kampfjet der Bundeswehr muss wegen lockerer Schrauben im Cockpit bis auf Weiteres am Boden bleiben. Betroffen sind 39 Maschinen der modernsten Version, darunter auch die sechs, die im türkischen Incirlik als Aufklärungsflugzeuge für den Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ stationiert sind.

Insgesamt hat die Bundeswehr 85 „Tornados“. Das Problem bei der modernsten „Tornado“-Version ASST A3 war am Mittwoch entdeckt worden. Nach dpa-Informationen handelt es sich um lockere Schrauben an einem Bildschirm im Cockpit. Wie schnell kann das Problem gelöst werden? Das Verteidigungsministerium rechnet nicht mit vielen Wochen oder Monaten, wie ein Sprecher sagte. Der Hersteller habe den Fehler gefunden und wolle einen Lösungsvorschlag entwickeln. Nach bisheriger Erwartung könne dann eine Reparatur vor Ort vorgenommen werden. Es handele sich dabei um ein mechanisches Problem und nicht um komplexen Schwierigkeiten in der Elektronik oder Software.

Die Panne beeinträchtigt auch die Luftangriffe der internationalen Koalition gegen den IS in Syrien und im Irak. Die Bundeswehr kann nun keine Aufklärungsbilder mehr liefern. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Luftschläge nicht mehr stattfinden. Der „Tornado“ ist der ältere Typ der beiden Kampfflugzeuge der Bundeswehr. Zwischen 1981 und 1992 hatten Luftwaffe und Marine 357 Exemplare erhalten. Inzwischen ist der Bestand – auch wegen der Beschaffung der moderneren „Eurofighter“-Jets – deutlich verkleinert worden. Bereits Anfang des Jahres hatte es Probleme beim „Tornado“-Einsatz in Incirlik gegeben: Damals blendete die Cockpitbeleuchtung der sechs Aufklärungsflugzeuge so stark, dass ein Einsatz nur tagsüber möglich war. Ursache: ein Software-Update.

Michael Fischer

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