zur Navigation springen

Politik

04. Dezember 2016 | 07:10 Uhr

«Kampf gegen den Terror» : Radikale Milizen in Syrien

vom

Die USA und Russland streiten sich darüber, welche Milizen in Syrien als terroristisch einzustufen sind. Das Regime in Damaskus bezeichnet generell alle seine bewaffneten Gegner als Terroristen. Auch Russland bombardiert im «Kampf gegen den Terror» gemäßigtere Milizen.

Von den USA unterstützte Gruppen wiederum kooperieren am Boden mit radikalen Gruppen. Ein Überblick:

Islamischer Staat (IS): Hier ist die Lage eindeutig. Fast alle Konfliktparteien halten die Miliz für eine Terrorgruppe und bekämpfen sie. Dennoch kontrollieren die Dschihadisten weiter große Gebiete im Norden und Osten Syriens. Sie mussten jedoch Niederlagen einstecken.

Fatah-al-Scham-Front: Dabei handelt es sich um die frühere Al-Nusra-Front, die lange Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida in Syrien war. Vor einigen Wochen sagte sie sich jedoch von Al-Kaida los und änderte ihren Namen. Die USA und Russland schätzen sie dennoch weiterhin als Terrororganisation ein. Gemäßigtere Milizen kooperieren allerdings am Boden mit der Fatah-al-Scham-Front. Deren Kämpfer haben in Syrien den Ruf, mutig und wenig korrupt zu sein.

Dschund al-Aksa: Die Miliz mit engen Bindungen an Al-Kaida ging aus der Al-Nusra-Front hervor. Stark ist sie vor allem in der zentralsyrischen Provinz Hama, wo sie eine Offensive gegen das Regime anführt. Die USA erklärten die Miliz im September zur Terrorgruppe.

Ahrar al-Scham: Die radikal-islamischen «Freien Männer Syriens» gehören zu den stärksten Milizen im Nordwestens Syriens. Kritiker werfen der von Al-Kaida-Veteranen gegründeten Gruppe eine große Nähe zu dem Terrornetzwerk vor. Auch Ahrar al-Scham will einen «islamischen Staat», in dem die Scharia - die islamische Rechtsprechung - gilt. Viele Rebellen halten die Gruppe jedoch für moderater als den IS und die Fatah-al-Scham-Front. Ahrar al-Scham ist auf Seite der Rebellen offiziell Teil von verschiedenen Militärbündnissen.

Dschaisch al-Islam: Wie Ahrar al-Scham wird auch die radikale «Armee des Islams» laut Analysten von der Türkei und Saudi-Arabien gefördert. Die Miliz ist vor allem in dem umkämpften Gebiet östlich von Damaskus stark. Sie gehört zum Hohen Verhandlungskomitee (HNC), das die Opposition bei den Friedensgesprächen in Genf vertrat.

Hisbollah: Die libanesische Schiitenmiliz kämpft im syrischen Bürgerkrieg seit langem an der Seite des Regimes. Sie wird vom Iran finanziert, der den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad an der Macht halten will, um die Achse Libanon-Syrien-Irak-Iran zu sichern. Die USA haben die «Partei Gottes» auf ihre Terrorliste gesetzt, die EU betrachtet ihren militärischen Arm als Terrororganisation.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Okt.2016 | 13:54 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen