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DEutschland- USA: die wichtigsten themen : Merkel und Trump im direkten Gespräch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft heute den US-Präsidenten Donald Trump .

Heute ist es so weit: Die mächtigste Frau der Welt trifft den mächtigsten Mann der Welt. Charmeoffensive der Regierungschefin im Weißen Haus. Wird es Kanzlerin Angela Merkel gelingen, US-Präsident Donald Trump zum Nachdenken über seinen protektionistischen Kurs anzuregen? Trump nimmt sich zumindest viel Zeit: Empfang und bilaterales Gespräch am Vormittag, Pressekonferenz, gemeinsames Mittagessen und im Anschluss noch ein Treffen mit der Kanzlerin und Wirtschaftsbossen. Ein Überblick über die wichtigsten Themen:

HANDEL
Die Androhung von Strafzöllen auf deutsche Produkte, der Vorwurf aus der Trump-Administration, Berlin versuche den Euro zu schwächen: All das hat zu großer Verunsicherung in Deutschland geführt. Merkels Gegenargumente: „Millionen Jobs in den USA hängen von deutschen Investitionen ab“, wie sie gestern betonte. Die Zahl der deutschen Direktinvestitionen belaufe sich auf 271 Milliarden Dollar. Ein Pfund, mit dem Merkel wuchern will.

Trump sieht indes die US-Wirtschaft übervorteilt, verweist regelmäßig auf den deutschen Exportüberschuss. Und weil die USA der drittwichtigste Absatzmarkt für Produkte „made in Germany“ sind, steht für die deutschen Unternehmen viel auf dem Spiel.


SICHERHEIT
Vom Hindukusch über den Kampf gegen den IS in Syrien bis zum Baltikum: In vielen Krisen ist die Bundeswehr an der Seite der USA engagiert, um für mehr Sicherheit zu sorgen. Dennoch ist mit der erneuten Forderung nach höheren Militärausgaben zu rechnen. Trump verlangt nach einem konkreten Plan aus Berlin. Hinter dem gemeinsamen Nato-Ziel von zwei Prozent Militärausgaben stecke aber auch „Symbolik“, heißt es gestern in Regierungskreisen. Die Sorge, Trump könne die Nato im Stich lassen, ist indes bereits kleiner geworden.

RUSSLAND
Novize Trump könnte von den Erfahrungen der Kanzlerin im Umgang mit Kreml-Chef Putin profitieren, durchaus auf ein paar Tricks hoffen.
Die Sorge, Trump könne den Schulterschluss mit Russlands Präsidenten suchen, führt weiter zu Misstrauen. Die Befürchtung: Durch eine Lockerung der Russland-Sanktionen, die wegen der Krim-Annexion und der Ukra- ine-Krise verhängt worden waren, könnte der US-Präsident einen Keil in die nur mit Mühe geschlossenen Reihen der Europäer gegenüber Moskau treiben.

WERTE
Mit ihrer Bedingung, nur bei der Respektierung der gemeinsamen Werte wie Freiheit und dem Recht und der Würde des Anderen biete sie Trump eine gute Zusammenarbeit an, hatte die Kanzlerin in ihrer Wahlsieg-Gratulation einen mutigen Aufschlag gemacht. Für sie kommt in Washington nun die erste Gelegenheit, auf die Einhaltung dieser gemeinsamen Werte zu pochen.

Tobias Schmidt

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