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Schleuser : Menschenverachtende Geschäfte

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Aus der Onlineredaktion

Für die Schlepperbanden ist der Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer ein Riesengeschäft. Rund vier Milliarden Euro verdienen die Schleuser nach Schätzungen der EU-Grenzschutzbehörde Frontex jährlich mit dem Menschenschmuggel. „Der Schleusermarkt wächst massiv. Ein Ende ist nicht abzusehen“, weiß Michael Rauschenberg, Abteilungsleiter für schwere und organisierte Kriminalität bei Europol. Die Tätergruppen würden in sehr komplexen Netzwerken agieren und sich immer neue Methoden einfallen lassen.

Und die Schlepper agieren immer rücksichtsloser. „Weigern sich Flüchtlinge die Boote zu besteigen, werden sie mit vorgehaltener Waffe oder mit Gewalt gezwungen“, schildert Rauschenberg. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen vermutete kürzlich, dass Bootsinsassen Benzin eingeflößt worden sei, um sie ruhig zu stellen.

Um den Schleppern das Handwerk zu legen, hat die EU mit der Militäroperation „Sophia“ im Sommer 2015 damit begonnen, die Schleuserbanden vor der libyschen Küste verstärkt zu verfolgen und deren Boote zu zerstören. Eine erste Bilanz des Einsatzes im Mai dieses Jahres fiel allerdings vernichtend aus. Durch „Sophia“ habe sich die Sicherheit für die Flüchtlinge eher verschlechtert, hieß es in einem Bericht. Nachdem mehrere Holzboote aufgebracht und zerstört worden waren, reagierten die Schleuser umgehend: Sie steckten die Hilfesuchenden in seeuntaugliche Schlauchboote.

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erstellt am 27.Nov.2016 | 09:00 Uhr

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