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Politik

08. Dezember 2016 | 17:03 Uhr

Rentenreform : Heikle Renten-OP

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erste Zahlen vor Reformkonzept. Rentenniveau fällt

Großer Wurf oder kleine Korrekturen beim Thema Rente? Hinter den Kulissen bereitet die Bundesregierung ein umfassendes Reformkonzept für die Alterssicherung vor. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will es Ende Oktober vorstellen.

Sowohl die betriebliche Vorsorge als auch die Riester-Rente werden dabei im Blickpunkt stehen – wie jetzt deutlich wird, aber nicht nur. Offenbar will Nahles einen Schritt weitergehen. Zuletzt hatte sie „Haltelinien“ beim Rentenniveau angekündigt, womit sie für Überraschung sorgt.

Berechnungen des Arbeitsministeriums sorgen nun für neue Spekulationen über das geplante Rentenkonzept. Erstmals liegen Langzeit-Prognosen für das Rentenniveau vor und damit für das Verhältnis des Durchschnittslohns zur Rente nach 45 Beitragsjahren. Wie aus Regierungskreisen zu erfahren ist, werde das Sicherungsniveau ohne eine Reform bis 2030 auf unter 43 Prozent fallen und 2045 auf 41,6 Prozent. Der Rentenbeitrag würde bis 2030 von heute 18,7 auf 22 Prozent im Jahr 2031 ansteigen. Würde man das Rentenniveau auf dem heutigen Stand von etwa 47,5 Prozent einfrieren, hätte das hingehen weitreichende Folgen. Der Rentenbeitrag würde bereits 2028 die 22-Prozent-Marke überschreiten und im Jahr 2045 auf 26,4 Prozent ansteigen. Das Einfrieren des Rentenniveaus auf heutigen Niveau würde zusätzliche Kosten von jährlich 40 Milliarden Euro bedeuten.

Keine Reform oder doch eine Stabilisierung des Rentenniveaus – Nahles legt sich bisher öffentlich nicht fest. Die Veröffentlichung der neuen Zahlen aus ihrem Ministerium wirken denn auch wie ein Ballon, der die Stimmung testen soll. Kaum waren die neuen Prognosen veröffentlicht, reagierten die Arbeitgeber auch schon alarmiert. „Die Generationengerechtigkeit darf in der Rentenversicherung nicht in Frage gestellt werden. Es sollte weiter einen fairen Ausgleich zwischen Jung und Alt geben“, heißt es bei der BDA. „Wir brauchen wie bisher nicht nur eine Haltelinie beim Rentenniveau, sondern auch beim Beitragssatz.“ Dies sei nicht gewährleistet, wenn der Beitragssatz auf 26,4 Prozent steige. Während die Arbeitgeber warnen, pochen die Gewerkschaften auf ein deutlich höheres Rentenniveau.
 

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erstellt am 29.Sep.2016 | 08:00 Uhr

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