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Politik

27. September 2016 | 20:57 Uhr

Bombenanschlag in New York : „Eine gewaltige Explosion“

vom

Vor wenigen Tagen gedachten die New Yorker der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001. Nun schreckt eine starke Detonation die Menschen in der Millionenmetropole auf. Wer steckt dahinter?

New York  Danilo Gabrielli sitzt in seiner Wohnung in der 23rd Street in Downtown Manhattan und sieht fern, als ein lauter Knall die Nachbarschaft erschüttert. „Es war eine gewaltige Explosion. Sie erschütterte das gesamte Wohngebäude“, erinnert er sich später. Als der 50-Jährige und seine Nachbarn auf die Straße kommen, sehen sie Rauch. Es riecht es nach Schwefel. „Ich sah Metallstücke“, sagt er dem TV-Sender CNN später. „Die ganze Nachbarschaft hat große Angst.“

Die Explosion im beliebten Chelsea, wo die New Yorker sich am Samstagabend gern in kleinen Kneipen und Restaurants tummeln, jagt den Anwohnern einen Schrecken ein. 29 Menschen werden verletzt, davon einer schwer. Das Handyvideo eines Augenzeugen zeigt eine Frau mit einem Metallsplitter im Auge, ihr Gesicht und ihre Kleidung sind von Blut überströmt. „Ich habe die Explosion gehört und bin hingefallen“, sagt das verwirrt wirkende Opfer. Neben ihr stehen zwei junge Mädchen, einer stecken je ein Metallsplitter in Schulter und Stirn.

In New York, das erst eine Woche zuvor an die Schrecken des Terrors zum 15. Jahrestag von 9/11 erinnerte, steht schnell die große Frage im Raum: Ist die laut Bürgermeister Bill de Blasio „vorsätzlich“ durchgeführte Aktion das Werk von Terroristen? Nur vier Straßenblocks nördlich entdeckt die Polizei einen weiteren Sprengsatz, der an die Anschläge beim Boston-Marathon 2013 mit drei Toten und mehr als 260 Verletzten erinnert – ein Schnellkochtopf, aus dem Kabel ragen, die wohl mit einem Handy verbunden sind. Sprengstoffexperten entfernen den Gegenstand schließlich vom Tatort, um ihn zu untersuchen.

Für große Schlussfolgerungen ist es auch am Tag nach der Tat noch zu früh. Donald Trump hält das nicht davon ab, den Vorfall für seinen Wahlkampf auszuschlachten. Schon kurz nach dem Knall spricht er bei einem Auftritt in Colorado von einer „Bombe“ und verspricht Härte. „Wir müssen sehr, sehr hart werden“, sagt Trump. Einige Fans jubeln. Hillary Clinton bleibt zurückhaltender. Sie will die Ermittlungen abwarten und fordert umfassende Unterstützung der Rettungskräfte.

Die haben in Chelsea alle Hände voll zu tun.  Die Wohngegend Chelsea, wo es im Vergleich zur Hektik von Midtown oder dem Financial District eher gelassen zugeht, kommt stundenlang nicht zur Ruhe. Auch Präsident Barack Obama wird über den Vorfall informiert. „Was auch immer die Ursache war, die New Yorker werden sich nicht einschüchtern lassen“, sagt de Blasio in der Nacht.

Zusammenhänge zu einem weiteren Sprengsatz, der Sonnabend früh im benachbarten New Jersey detoniert war, gebe es wohl nicht. Drei miteinander verbundene Rohrbomben waren dort in einer Mülltonne an einer Laufstrecke deponiert, wo ein Rennen mit geschätzt mehr als 5000 Teilnehmern stattfinden sollte. Da der Start des Rennens sich verzögert hatte und nur ein Sprengsatz explodierte, ist der Ostküste eine schwerere Katastrophe womöglich mit Glück erspart geblieben.

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erstellt am 18.Sep.2016 | 12:28 Uhr

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