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Politik

23. März 2017 | 01:12 Uhr

Vogelgrippe : Das Virus breitet sich aus

vom
Aus der Onlineredaktion

Erstmals Geflügelpest in deutschem Betrieb, Stallpflicht ausgeweitet

Erstmals während der aktuellen Vogelgrippe-Epidemie ist ein deutscher Geflügelbetrieb von dem gefährlichen Erreger betroffen. Der Verdacht auf H5N8 in einem Putenhof in Lübeck-Ivendorf habe sich bestätigt, teilte Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck gestern in Kiel mit. Die etwa 100 Tiere des Privathalters wurden getötet und ein Sperrbezirk von drei Kilometern um den Hof eingerichtet. Ein Geflügelhof in Mecklenburg-Vorpommern könnte ebenfalls von der hochansteckenden Geflügelpest betroffen sein, das Ergebnis entsprechender Analysen stand zunächst noch aus. Bestätigt wurde ein erster H5N8-Fall in einem Geflügelbetrieb in Österreich.

Die Behörden reagierten mit einer massiven Ausweitung der Stallpflicht-Zonen vor allem in der Nähe von Seen und Flüssen. Damit soll eine Ansteckung über Kot oder verunreinigtes Wasser verhindert werden. Auch bisher nicht von H5N8 betroffene Bundesländer wie Sachsen und Brandenburg ordneten an, dass Geflügel in bestimmten Regionen nur noch im Stall oder in anderen abgedeckten Gehegen gehalten werden darf. Für Sachsen-Anhalt ist dies in den nächsten Tagen geplant. „Die eingehenden Meldungen bestätigen die Sorge, die wir seit Beginn der Woche haben: Das Virus breitet sich aus“, sagte Minister Habeck. Die Stallpflicht sei eine „absolut notwendige Vorsichtsmaßnahme“.

Der Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) forderte eine bundesweite Stallpflicht für Geflügel. „Wir müssen schneller sein als sich das Virus ausbreitet“, sagte ZDG-Vizepräsident Friedrich Otto Ripke. Die Stallpflicht dürfe allerdings nicht die heimische Produktion von Weihnachtsgänsen gefährden. Gänse werden zum Großteil im Freien gehalten. Im Stall würden sie oft aggressiv und verletzten einander, erklärte Ripke. Dann könne man die Tiere nicht mehr verkaufen. Daher müsse bei der Gänsezucht im Einzelfall geprüft werden, ob eine Stallpflicht nötig sei.

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Darauf sollten Sie achten: Tote Vögel nicht anfassen

Angesichts der aktuellen Fälle von Vogelgrippe sollten Spaziergänger keine toten Vögel berühren oder einsammeln. Stattdessen sei es sinnvoll, das zuständige Veterinäramt nach einem Fund zu informieren, rät der Naturschutzbund (Nabu). Auch auf die Fütterung von Wasservögeln sollten Sie verzichten.

Wer Kontakt zu einem möglicherweise infizierten Tier oder dessen Kot hat, wäscht sich danach am besten gründlich die Hände. Eine gute Idee ist es außerdem, die Schuhe zu reinigen, da diese womöglich ebenfalls Kontakt zum Tier gehabt haben. Auf keinen Fall sollten Betroffene danach Geflügelhaltungen betreten.

In den aktuellen Fällen wurde das Virus H5N8 nachgewiesen. Der Erreger ist für Geflügel hochansteckend, bislang sind weltweit aber keine Erkrankungsfälle bei Menschen bekannt. Die Verbraucherzentrale (VZ) Sachsen betont daher, dass die Martinsgans ganz entspannt gegessen werden kann.

 

 

 

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