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Politik

05. Dezember 2016 | 09:28 Uhr

Obamas Abschiedsbesuch : Bye-bye, Barack!

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Obamas Abschied von Deutschland: Der Präsident ruft die Deutschen zur Wahrung ihrer Stärke auf – dazu gehört für ihn die Kanzlerin

Barack Obama will sich ja nicht in die Bundestagswahl in Deutschland einmischen – tut es aber trotzdem. Er beschreibt Angela Merkel in Berlin wieder als eine herausragende, verlässliche und berechenbare Kanzlerin, als „wunderbare Freundin“. Wäre er Deutscher, würde er die Kanzlerin jedenfalls wählen. „Wählt Merkel, da wisst Ihr, was Ihr habt.“ Worte des scheidenden US-Präsidenten, der gerade versucht, den Wechsel zu einem so viel aggressiveren Donald Trump zu organisieren.

Ein schwieriger Besuch – für Gast und Gastgeberin. Ihr Gespräch wird zu einer Mischung aus Abschiedsschmerz und harter Arbeit. Merkel sagt nach acht Jahren eines vom Demokraten Obama geprägten deutsch-amerikanischen Verhältnisses: „Natürlich, jetzt fällt mir der Abschied schwer.“ Aber in den USA sei die zeitliche Begrenzung des Präsidentenamtes eben hart vorgegeben. Ihre Aufgabe sei es jetzt, nach vorn zu gucken. Das klingt nach einer vierten Kanzlerkandidatur. Sie sagt es aber nicht.

Sie werde alles daran setzen, auch mit dem neuen Präsidenten gut zusammenzuarbeiten. Da ist Mertkel ganz Profi, versäumt aber nicht zu betonen, dass die „gemeinsame Plattform eine offene und liberale Weltordnung“ sei.

Merkel und Obama deklinieren noch einmal alle Konflikte der Welt durch: Syrienkrieg, die Terrormiliz IS, Ukraine-Konflikt, Spannungen mit Russland, Stillstand beim TTIP-Freihandelsabkommen. Dabei wäre TTIP Obama zufolge eine „Win-Win-Situation“. Das Klimaabkommen und, und, und. Merkel betont, wie wichtig grundsätzlich die Zusammenarbeit der Nachrichtendienste sei. Deutschland sei zwar seit der Wiedervereinigung sehr viel stärker geworden, aber eben nur ein Volk von 80 Millionen Menschen und insofern „schicksalsgebunden an Bündnisse“, um die „Ordnung, die wir lieben, weltweit aufrecht zu halten“.

Obama zeigt sich bei aller Sorge demonstrativ vorsichtig optimistisch, dass sein Nachfolger Trump verstehen werde, dass er sich als Präsident anders verhalten müsse als im Wahlkampf. „Wer in diesem Amt nicht seriös ist, der hat es vermutlich nicht lange“, sagt er. Der US-Präsident brauche jetzt viele Helfer. Die ganze Welt habe Erwartungen an die USA.

Ob Obama als erster schwarzer Präsident viele Amerikaner mit seiner großen Reformkraft überfordert habe? „Vielleicht waren wir zu schnell“, sagt er. Aber der Wandel in der Welt sei nun einmal rasant. Es gebe aber keine einfachen Antworten, wie es die Populisten glauben machen wollten. Er sehe die jungen Menschen, die sich viel mehr als die Alten mit Unterschieden in der Gesellschaft wohl fühlten. „Wir müssen eine Brücke in die Zukunft bauen.“ Man müsse darauf achten, dass anständige Löhne gezahlt und Bildung ermöglicht werde. „Und wenn wir das machen, wird alles gut werden.“

Obama sagt, es werde nicht sein letzter Besuch in Berlin gewesen sein. Er sei ja auch immer noch nicht beim Münchner Oktoberfest gewesen. Das mache er lieber privat. Und Merkel betont, in Deutschland bestehe freier Reiseverkehr. „Insofern sind wir nicht aus der Welt.“

Und zum Schluss legt Obama noch einmal nach: Als er 2008 ins Amt gekommen sei, habe er noch keine grauen Haare gehabt. Und Merkel sei als Regierungschefin schon dagewesen. Insofern seien sie „Veteranen“.

Wenn Merkel bereit zu einer erneuten Kandidatur sei, werde sie eine große Verantwortung für die Welt haben. „Sie ist eine harte Frau – und zäh.“

Der Kaffeebecher
US-Präsident Barack Obama und sein Kaffeebecher sind fast unzertrennlich. Auch bei seinem kurzen Spaziergang  vor dem Brandenburger Tor  hielt der Präsident den weißen Becher mit Deckel in der Hand. Nach der Landung in Tegel  war er mit Becher gleich nach Einstieg in die Präsidentenlimousine zu sehen. Das Gefäß mit Coolness-Faktor trägt das Siegel des Präsidenten und ist streng bewacht –  Giftanschlaggefahr.  Ob in dem Becher tatsächlich Kaffee ist – langjährige Beobachter  tippen auf Trinkwasser – lässt das Weiße Haus offen. Auch Obamas Ernährung ist streng geheim.
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von
erstellt am 17.Nov.2016 | 20:55 Uhr

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