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Panorama

05. Dezember 2016 | 17:36 Uhr

1000. Tatort : Von gruselig bis genial

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mehr als elf Millionen Zuschauer sahen den 1000. „Tatort“. Auch in den sozialen Medien war „Taxi nach Leipzig“ ein kontroverses Thema

Es ist nicht mehr ganz so wie in den guten alten Zeiten, als der Sonntagabend fest für den „Tatort“ reserviert war. Aber das Interesse an der Jubiläumsfolge war groß. Kein anderer Film im deutschen Fernsehen kam nur annähernd auf solche Zahlen: Die Jubiläumsfolge hatte 11,46 Millionen Zuschauer, der Marktanteil lag bei 30,3 Prozent. Das heißt, fast jeder dritte Fernsehzuschauer entschied sich dafür.

Auch bei den jüngeren Zuschauern war „Taxi nach Leipzig“ erfolgreich – der Titel ist der gleiche wie beim allerersten „Tatort“ 1970: Diesmal sahen 3,74 Millionen der 14- bis 49-Jährigen zu (26,3 Prozent).

Und das Erste weist nicht zuletzt auf die intensiven Diskussionen in sozialen Medien wie Facebook und Twitter hin: Allein auf der offiziellen „Tatort“-Seite habe es schon gestern Vormittag mehr als 5600 Kommentare gegeben, mit dem Hashtag #tatort gab es über 12 000 Tweets. Die Meinungen über die 1000. Folge gingen wie üblich weit auseinander und reichten von gruselig bis genial. Die einen kritisierten die Handlung als zäh, die anderen fanden sie umso spannender.

Viel positive Kritik gab es für Florian Bartholomäi: „Hab selten einen Film gesehen, in dem eine Posttraumatische Belastungsstörung eines Soldaten so realistisch und mit so viel Gänsehaut beim Zuschauer erzeugend dargestellt wurde“, lobte ein Zuschauer. Bartholomäi (29) hat schon zwölfmal in einem „Tatort“ mitgespielt – sechsmal war er der Täter, sieben Tote gehen auf sein Konto, wie die Experten vom „Tatort“-Fundus gezählt haben.

Im 1000. Fall spielte er den aggressiven Ex-Soldaten Rainald Klapproth mit Afghanistan-Erfahrung, der inzwischen als Taxifahrer jobbt. Weil seine Ex-Freundin seinen früheren Vorgesetzten heiraten will, macht er sich auf den Weg nach Leipzig. Da steigen Kommissar Borowski (Axel Milberg) und seine Kollegin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) zu. Dass Borowski und Lindholm im Jubiläums-„Tatort“ als Duo zu sehen waren, fanden viele überzeugend: „Die beiden Kommissare mal in Kombi war interessant und witzig“, lautete eine Einschätzung auf Facebook.

Auch über den Kurznachrichtendienst gab es zahlreiche meinungsfreudige Kommentare: „Der #Tatort1000 war ein ganz großer Griff ins Klo. Was für ein unglaublicher Mist“, twitterte ein enttäuschter Zuschauer. Aber es gab auch genau gegenteilige Einschätzungen wie diese: „Gute Jubiläumsfolge! Spannend, interessant komponiert, Konzentration auf einen Handlungsstrang, Kammerspiel im Taxi cool“.

Dass Borowski den bewaffneten Ex-Soldaten am Steuer ausschalten will, indem er ihm Kekskrümel in die Augen wirft, und dass zwischendurch im Wald die Wölfe knurren, fand auf Twitter folgende Würdigung: „Wölfe und die letzten Kekskrümel für den Weg nach Hause! Brüder Grimm Special“. Auch andere haben das nicht ganz ernst genommen: „Nicht auszudenken, was Borowski alles mit Salzstangen oder Lakritzschnecken angestellt hätte“, lautet ein ironischer Twitter-Kommentar. Auf der „Tatort“-Facebook-Seite läuft noch eine Abstimmung: Zuschauer können Schulnoten von 1 bis 6 vergeben. Über die Hälfte der bisherigen Teilnehmer hat nach Angaben der ARD-Programmdirektion für die beiden besten Noten gestimmt – Ergebnis noch offen.

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erstellt am 14.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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