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Panorama

11. Dezember 2016 | 05:07 Uhr

Ein Toter, vier Verletzte : Schock im Behindertenheim: Tödlicher Brand in Fulda

vom

In einem Zimmer des Antonius-Heims bricht ein Feuer aus. Ein 31-jähriger Bewohner kommt ums Leben, vier Ordensschwestern werden verletzt. Die Flammen sind gelöscht, aber es bleiben quälende Fragen.

Bei einem Brand in einem Behindertenheim in Fulda ist ein Bewohner ums Leben gekommen, vier Ordensschwestern wurden verletzt. Das Feuer brach im dritten Stock des Haupthauses aus.

«Wir haben überhaupt keinen Hinweis auf die Ursache», sagte der Geschäftsführer des Antonius-Netzwerks, Rainer Sippel. Auch deute nichts auf einen technischen Defekt hin.

Am Montag nehmen Brandsachverständige ihre Untersuchungen auf. Der Brand wurde nachts gegen zwei Uhr mit dem Alarm eines Rauchmelders entdeckt. Das Pflegepersonal und Ordensschwestern brachten mehrere Bewohner des Haupthauses in Sicherheit. Für einen 31-jährigen geistig behinderten Mann aber kam jede Hilfe zu spät. Er wurde in seinem Zimmer, in dem der Brand ausgebrochen war, leblos geborgen. Sofort eingeleitete Reanimationsmaßnahmen blieben nach Polizeiangaben erfolglos. Der Bewohner lebte schon seit seiner Jugend in der Einrichtung des Antonius-Netzwerks. Er besuchte dort die Schule, erhielt eine Ausbildung und arbeitete auf dem Antonius-Hof in der Landwirtschaft.

In dem dritten und obersten Stockwerk des Gebäudes gibt es elf Einzelappartements für sechs behinderte Menschen und fünf Schwestern des katholischen Ordens der Dienerinnen der Armen. Vier von ihnen erlitten eine Rauchgasvergiftung. Die Feuerwehr verhinderte, dass die Flammen auf weitere Teile des Hauses übergriffen. Die Kriminalpolizei leitete Ermittlungen ein.

«Wir sind alle sehr betroffen und schockiert und versuchen, einfach da zu sein und mit Bewohnern und Kollegen zu sprechen», sagte Geschäftsführer Sippel. «Unsere Hauptanteilnahme gilt der Familie.» Auch gebe es viel Mitgefühl aus der Stadt. Am Montagnachmittag will die Gemeinschaft in der Hauskapelle des Antonius-Netzwerks zu einem Trauergottesdienst zusammenkommen.

Mit rund 600 hauptamtlich Beschäftigten betreibt das Antonius-Netzwerk Inklusionsprojekte für Arbeit, Wohnen, Freizeit und Kultur. Die Einrichtung wurde erst am Freitag von Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) besucht.

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erstellt am 06.Nov.2016 | 13:35 Uhr

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