zur Navigation springen

Panorama

08. Dezember 2016 | 01:15 Uhr

Immer mehr Schließungen von Kreißsälen : Problem Kinderkriegen?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hebammenverband warnt: Immer mehr Krankenhäuser schließen Kreißsaal

Der Deutsche Hebammenverband hat die Bundesregierung aufgefordert, den zunehmenden Schließungen von Kreißsälen entgegenzuwirken. „Gab es 1991 bundesweit noch 1186 Krankenhäuser mit Geburtshilfe, waren es 2014 nur noch 725“, erläuterte gestern die Präsidentin des Verbandes, Martina Klenk. „Jede Frau und Familie muss wohnortnah Hebammenhilfe bekommen können.“

Klenk argumentierte weiter, „die Rahmenbedingungen in den Krankenhäusern müssen sich verbessern.“ So sollten auch Geburtshilfestationen mit dem Sicherstellungszuschlag für kleine Kliniken unterstützt werden. Die Bundesregierung will Kliniken im ländlichen Raum dann unterstützen, wenn sie für die Versorgung der Patienten unverzichtbar sind.

Die Hebammen beraten während ihrer Delegiertentagung noch bis morgen Themen wie Kreißsaalschließungen und Arbeitbelastung. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Hebammen soll ein berufspolitischer Schwerpunkt im Wahljahr 2017 sein, hieß es.

Die Gründe für Kreißsaalschließungen sind u. a. zu wenige Geburtenzahlen etwa im ländlichen Raum. Das bringt Probleme bei der Finanzierung mit sich, aber auch fehlende Praxis und damit abnehmende Qualität bei der Versorgung Schwangerer. Wenn kleine Kliniken wegen des Kostendrucks die Geburtshilfe aufgäben, würden die werdenden Mütter in die großen Zentren abwandern. Zum anderen fehlten mittlerweile an vielen Orten Hebammen, so der Verband. Arbeitsbelastung und -verdichtung seien an der Tagesordnung.

Immer weniger Hebammen seien bereit, angestellt und Vollzeit an einer Klinik zu arbeiten, erklärte Klenk weiter. Allerdings trifft diese Arbeitsverdichtung auch andere Bereiche im Gesundheitswesen.

Für freiberufliche Hebammen sollte nach den Worten Klenks die Haftpflichtproblematik nachhaltig gelöst werden, um wieder mehr Hebammen in der Geburtshilfe zu halten. In den vergangenen Jahren waren die privaten Berufshaftpflichtversicherungen erheblich gestiegen, so dass befürchtet wurde, die Zahl freiberuflicher Geburtshelferinnen könnte stark sinken. 2015 hatte eine Schiedsstelle dann einen Ausgleich festgesetzt, der seit 1. Januar greift.

 

zur Startseite

von
erstellt am 24.Nov.2016 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen