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Panorama

03. Dezember 2016 | 18:36 Uhr

Der ultimative Festtagsknigge : O du Peinliche: Benimm-Tipps für Weihnachtsfeiern

vom

Es weihnachtet sehr. Da lauern wieder die typischen Weihnachts-Fettnäpfchen. Die Deutsche Knigge-Gesellschaft gibt Tipps, damit aus dem Fest kein SuperGau wird.

Weihnachtsfeier im Betrieb, Alkohol und doofe Geschenke stellen unsere Festtags-Etikette auf eine harte Probe. Darf man Weihnachtsfeiern schwänzen? Muss man das „Du“ vom angeheiterten Chef annehmen? Heuchelt man Freude über die zehnte Krawatte? Auf diese Fragen hat die Deutsche Knigge Gesellschaft ungewöhnliche Antworten.

1. Business-Knigge

 

Die Weihnachtsfeier
Nur wenige mögen sie, aber alle gehen hin. Die gefürchteten Weihnachtsfeiern mit ihren Wichtel-Orgien. Muss man sich das antun ? „Ja“, meint Dr. Hans-Michael Klein, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Knigge Gesellschaft (DKG), „erstens ist die Weihnachtsfeier, wie gerade wieder Gerichtsurteile belegen, eine betriebliche Veranstaltung. Jedenfalls, solange der Chef anwesend ist. Dann ist sogar ein Ausrutscher bei der Polonaise als Arbeitsunfall versichert. Zweitens würde man sich zum unbeliebten Außenseiter machen, wenn man nicht hinginge.“ Weitere Feier-Fettnäpfchen: Alkohol, Dresscode, Gesprächskultur.

Hochprozentiges
Vorsicht beim Alkohol! Es gibt auch einen Tag danach. Wer sich abends weinselig verplappert und Geheimnisse preisgibt, muss sich nicht wundern, wenn gewiefte Zeitgenossen diese archivieren und bei Gelegenheit gegen das Plappermaul verwenden.

Tratschverbot
Wenn doch einmal jemand aus der Rolle gefallen ist: Am nächsten Tag wird nicht darüber hergezogen. Schweigen ist hier Ehrensache.

Baggerverbot
Vorsicht vor unüberlegten Kollegen-Flirts. Sei die Praktikantin noch so hübsch: Finger weg! Für den Chef wird´s am nächsten Tag peinlich. Prädikat: unprofessionell.

Das Du-Angebot
Das Du vom Chef nach Möglichkeit annehmen. Sonst war´s das mit der Karriere. Nach Knigge steht dem Boss das Anbieten auch zu. Im Privatleben kommt es vom Älteren, im Business vom hierarchisch Höheren. Wenn man am nächsten Tag nicht sicher ist, ob Chef sich daran erinnert: abwarten! Sag ich einfach „Na, Peter“ oder „Hallo Herr Müller“, kann er beleidigt sein. Je nachdem, ob er es noch weiß oder nicht. Bis dahin in der dritten Person reden: „Sollte man heute nicht….“

Dresscode
Bauchfrei geht gar nicht. Kurze Röcke, tiefe Dekolletés und andere Reizbomben sind tabu. Im Prinzip soll man so aussehen wie im Büro. Vielleicht ein bisschen festlicher, ohne overdressed zu sein. Norwegerpullover und Jogginghosen müssen leider draußenbleiben.

Smalltalk
Smalltalksollte nicht die feierliche Stimmung stören. Das würde passieren bei den bekannten Tabu-Themen wie Krankheiten, Geld, Religion usw. Auch der „Betriebsfunk“ muss mal Pause haben. Insbesondere wenn Ehepartner, Kunden, Lieferanten usw. dabei sind, langweilen wir die nicht mit Bürotratsch.

 

2. Privat-Knigge

<p>Wer sich allzu sehr enttäuscht über ein unpassendes Geschenk zeigt, macht unweigerlich die gute Festtagsstimmung kaputt.</p>

Wer sich allzu sehr enttäuscht über ein unpassendes Geschenk zeigt, macht unweigerlich die gute Festtagsstimmung kaputt.

Foto: Fotolia
 

Unbeliebte Geschenke
Hier machen wir gute Miene zum bösen Spiel. Nicht ein langes Gesicht ziehen, weil man gerade die zehnte Krawatte auspackt. Es geht ja beim Schenken nicht in erste Linie um Besitzvermehrung oder materiellen Zugewinn. Es geht um die Geste des Schenkens. Und wenn der Schenkende es gut gemeint hat, dann freue ich mich über dieses Geste. Vielleicht nicht über die Krawatte, aber über das Beschenktwerden. Außerdem gilt: Nicht die Feststimmung killen!

Weihnachten, das Fest des Friedens?
Pustekuchen! Die Polizei kann ein Lied von Weihnachtseinsätzen singen. Familienkräche stehen ganz oben auf der Schreckensliste. Das Fest wird mit Erwartungen überladen. Frieden, Freude, Eierkuchen. Weihnachten muss bringen, was dem ganzen Jahr fehlte. Und immer, wenn man unter Druck steht, geht’s besonders gern schief. Deshalb die Devise: Locker bleiben! Stressfaktoren vermeiden. Frühzeitig planen und nicht mit Erwartungen sich und Andere überfrachten. Die übliche Meckerei über den Baum und die verbratene Gans vermeiden. Selbst dann, wenn Papa Schnäppchen machen wollte und Heiligabend um zwölf leider nur noch Krüppelkiefern zu bekommen waren. Oder Mama das Geflügel vergeigt hat. Apropos: Streithähne bei der Tischordnung auseinander platzieren. Und wenn doch die bekannten Reizthemen aufkommen: Themenwechsel!

Nach der Feier in die Disko?
Auch wenn Oma und Opa zum Schnarchen langweilig sind: Weihnachten ist ein Familienfest. Einmal im Jahr können auch junge Leute die Lieben doch wohl mal aushalten. Wenn sich allerdings ein Ende abzeichnet, kann man gehen, wohin man will.

Patchworkfamilie: Gehen wir zu Papa oder Mama?
Heikles Thema. Tut richtig weh. Geht man zu dem, der es besonders nötig hat, weil er allein ist? Oder 18 Uhr Papa, 20 Uhr Mama? Hier sind die Eltern in der Pflicht. Die müssen sich zusammenreißen und eine Lösung finden. Nicht die Entscheidung den Kindern zumuten. Die sind damit überfordert. Optimal: wechseln! Dieses Jahr hier, nächstes Jahr dort.

Weihnachtsgrüße per SMS?
Karte ist immer besser. Zeigt die Wertschätzung. Schließlich hat man sich Mühe gegeben. Wenn aber sowieso alles nur über SMS läuft, ist auch SMS okay. Doof sind allerdings die ach so lustigen Grußkarten aus dem Internet. Das ist wie virtuelle Küsse anklicken. Nervt.

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erstellt am 27.Nov.2016 | 18:40 Uhr

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