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Panorama

04. Dezember 2016 | 07:09 Uhr

Dreitägige Staatstrauer : Mindestens 372 Tote nach Hurrikan «Matthew» in Haiti

vom

Der Südwesten des völlig verarmten Karibikstaats ist weitgehend zerstört. Die Menschen haben Häuser, Vieh und Ernten verloren. Langsam schlagen sich die ersten Rettungskräfte in das Katastrophengebiet durch.

Nach dem schweren Hurrikan «Matthew» steigt die Zahl der Todesopfer in Haiti immer weiter. Mindestens 372 Menschen kamen in dem Wirbelsturm ums Leben.

Vier Menschen wurden noch vermisst und 246 weitere verletzt, wie der Zivilschutz mitteilte. Mehr als 175 000 Menschen suchten demnach Schutz in Notunterkünften.

In verschiedenen Medien war zuletzt von deutlich mehr Todesopfern die Rede. Rettungskräfte vor Ort sagten der Deutschen Presse-Agentur, sie rechneten damit, dass die Zahl der Toten noch steigen werde. Die haitianische Regierung ordnete Staatstrauer an. Das Land teile den Schmerz der Eltern und Freunde der Toten, sagte Interimspräsident Jocelerme Privert.

Hurrikan «Matthew» hatte den Südwesten Haitis am vergangenen Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde getroffen. Häuser wurden zerstört, Straßen und Felder überschwemmt. Die Rettungskräfte konnten nur langsam in den zunächst vollkommen abgeschnittenen Südwesten des Landes vordringen.

Die Vereinten Nationen baten die internationale Gemeinschaft am Montag um Hilfszusagen in Höhe von 119 Millionen US-Dollar (106 Mio Euro). Das Geld sei nötig, um 750 000 von dem Wirbelsturm betroffenen Menschen in dem armen Karibikstaat zu helfen, teilte das UN-Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (Ocha) mit. Zuletzt hatten bereits mehrere Staaten und Organisationen Hilfe zugesagt.

Der Großteil des Geldes werde in den kommenden drei Monaten für Lebensmittel, sauberes Trinkwasser, Notunterkünfte und die medizinische Versorgung der Bevölkerung benötigt, hieß es in dem Spendenaufruf. Die UN und Nichtregierungsorganisationen schafften bereits Hilfsgüter in das Katastrophengebiet. In Les Cayes im Süden des völlig verarmten Karibikstaats verteilten UN-Blauhelmsoldaten Lebensmittel, Wasser und Hygieneartikel.

«Das Wasser ist hochgradig kontaminiert, weil Latrinen zerstört und sogar ganze Friedhöfe überschwemmt wurden. Es besteht die Gefahr, dass Seuchen wie die Cholera ausbrechen», sagte der Leiter von Caritas International, Oliver Müller, am Montag. «Auch hat sich die Zahl der Moskitos, die das Zika-Virus in sich tragen oder das Dengue-Fieber auslösen können, zuletzt massiv erhöht.»

Zudem wurde ein Großteil der Ernte in der landwirtschaftlich geprägten Region zerstört. Hilfsorganisationen warnten vor einer Hungersnot. Nach der Nothilfe sollte daher auch Saatgut verteilt werden, damit die Menschen sich wieder eine Lebensgrundlage aufbauen können.

Am Samstag traf der Hurrikan an der Südostküste der USA auf Land. Dort starben 21 Menschen. Allein im Bundesstaat North Carolina kamen zehn Menschen ums Leben, wie der Gouverneur Pat McCrory sagte. Fünf weitere wurden vermisst. Auch am Montag standen in den betroffenen Bundesstaaten noch Gebiete unter Wasser. In Florida gab es sechs Tote, in Georgia drei und in South Carolina und Virginia jeweils einen, wie US-Medien unter Berufung auf die Behörden berichteten.

Haitis Zivilschutz auf Twitter

UN-Blauhelmmission Minustah auf Twitter

Spendenaufruf Ocha

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erstellt am 10.Okt.2016 | 18:39 Uhr

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