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Panorama

08. Dezember 2016 | 10:51 Uhr

Großbritannien : Killerclowns im Königreich

vom
Aus der Onlineredaktion

Als Spaßmacher verkleidete Unbekannte versetzen Briten auf öffentlichen Plätzen in Angst und Schrecken

Jetzt schwappt die Welle auch auf Großbritannien über. Eine Manie, die in den USA begann, sucht mittlerweile das Königreich heim: gruselige Clowns auf öffentlichen Plätzen.

Die Polizei meldete in den letzten Tagen immer mehr Vorfälle, in denen als Clowns verkleidete Unbekannte, die teilweise bewaffnet sind, Kinder und Erwachsene in Angst und Schrecken versetzen. In der letzten Woche gab es allein in der Grafschaft Northumberland sechs Fälle, in denen sogenannte „Killer-clowns“ aus dem Gebüsch brachen und verschreckte Passanten jagten.

Der dramatischste Zwischenfall ereignete sich in Durham, als ein maskierter Mann mit einem Messer in der Hand eine Gruppe von elf- und zwölfjährigen Kindern bedrohte und sie bis zur Schule verfolgte. Andere Sichtungen werden aus London, Manchester, Norwich und Sheffield gemeldet.

Halloween naht, die Horrorfilm-Saison ist in vollem Gange und jetzt auch noch die Invasion der unheimlichen Spaßmacher: Allerorten scheint der Grusel zu herrschen.

Hinter der Manie, die aufgeregte Boulevardblätter schon die „Clownpocalypse“ genannt haben, dürfte freilich ein vorübergehendes Phänomen stecken. Gelangweilte Teenager, denen das Spiel „Süßes oder Saures“ zu harmlos ist, denken sich halt derbere Dumme-Jungen-Streiche aus, um ihre Umwelt zu erschrecken.

Allerdings bekommen die Possen böse Untertöne, wenn die vermeintlichen Spaßvögel Messer bei sich führen oder Schlagstöcke. Oder einen Hammer, wie in einem Zwischenfall in Plymouth vom letzten Wochenende, als ein mit roter Perücke und weiter Clownshose verkleideter Mann einen Bürger bedrohte.

Für Menschen, die an Coulrophobie leiden, ist es zudem ganz egal, ob hinter den Masken Witzbolde oder Unholde stecken. Wie zum Beispiel Megan Bell, die eine krankhafte Angst vor Clowns hat und der ausgerechnet ein solcher in Newcastle über den Weg lief. „Ich bin noch niemals so schnell gerannt in meinem Leben“, berichtete sie gegenüber der Zeitung „Guardian“, „und habe gekreischt und um Hilfe gerufen, aber es war niemand in der Nähe.“ Zum Glück ließ der Clown nach kurzer Jagd von ihr ab.

Der britischen Polizei geht die aktuelle Clown-Manie gegen den Strich. Sie will sie möglichst bald beenden. Andere Menschen durch diese Streiche zu erschrecken, wäre inakzeptabel und außerdem ein strafwürdiges Vergehen.

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erstellt am 11.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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