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Panorama

08. Dezember 2016 | 08:58 Uhr

Dürre in Afrika hat auch Folgen für Europa

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Trockenheit in Südafrika hat gravierende Auswirkungen auf die Landwirtschaft und beeinflusst Fruchthandel

Der Geruch von Verwesung hängt in der stickig-heißen Luft über dem Molatedi-Stausee. Krähen hoffen angesichts des im Schlamm steckengebliebenen Bullen auf leichte Beute.

Es ist noch nicht lange her, da stand dieser Ort an den Ufern des Stausees im Norden Südafrikas unter Wasser. Doch nach mehr als zwei Jahren ohne Regen sind dort, wo eigentlich eine glatte Wasseroberfläche schimmern sollte, brauner, rissiger Schlamm sowie Kadaver von Eseln und Vieh zu sehen.

Die derzeitige Trockenheit, für die Wetterforscher das Klimaphänomen El Niño verantwortlich machen, stellt Landwirte im südlichen Afrika vor große Herausforderungen. Tatsächlich verzeichnete die südafrikanische Wetterbehörde für 2015 den geringsten Niederschlag seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1904.

Besorgniserregend klingen die Nachrichten aus der übrigen Region. So melden Malawi, Sambia, Simbabwe, Lesotho und Swasiland akute Nahrungsmittelengpässe infolge der Dürre. Von den Maisfeldern im Zentrum und im Norden Südafrikas ist kaum etwas geblieben. Besucht man die Gegend rund um die Kleinstadt Lichtenburg in der Provinz Nordwest, fällt einem die steinige rote Erde auf.

Nachdem es in der Vorsaison bereits kaum geregnet habe und mittlerweile die Maisvorräte erschöpft seien, habe die Dürre nun auch die Preise für Grundnahrungsmittel verteuert, sagt der Professor für Klimaforschung an der Universität von Pretoria, Willem Landman. „Wir brauchen einen langanhaltenden, intensiven Regen und niedrigere Temperaturen. Vorhersagen sind zwar schwierig, aber es sieht momentan nicht so aus, als würden wir das in der nächsten Zeit bekommen.“ Einige Länder in der Region müssen ihre Mais-Importe bereits in US-Dollar bezahlen, mit einem Anstieg der Lebensmittelpreise in den kommenden Monaten wird gerechnet. Beim Fleisch könnte es anders aussehen. Nämlich dann, wenn Bauern ihr Vieh schlachten und den Markt mit ihrem Angebot überschwemmen.

Auch in Deutschland rechnen Importeure mit Auswirkungen der Dürre, wie Andreas Brügger vom Deutschen Fruchthandelsverband (DFHV) berichtet. „Je nach Sorte werden wir bei den Tafeltrauben aus Südafrika und Namibia zwischen 5 und 25 Prozent weniger Volumen haben“, sagt Brügger. Was das für die Preise bedeutet, kann er noch nicht sagen. Darüber hinaus sei mit Folgen für Zitrusfrüchte sowie Kernobst zu rechnen.

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erstellt am 17.Jan.2016 | 13:55 Uhr

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