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Panorama

27. September 2016 | 20:56 Uhr

Bildungspolitik im Vergleich : Bildungsnotstand ade?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Bildungsrepublik Deutschland verbessert sich im internationalen Vergleich

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) untersucht und vergleicht jährlich die Bildungssysteme der 34 Mitgliedsstaaten und einer Reihe von Partnerländern. Nachdem die Bundesrepublik im internationalen Vergleich bei wichtigen Kennzahlen oft unterdurchschnittliche Ergebnisse lieferte, hat sich inzwischen einiges getan – Hintergründe zum neuen OECD-Bildungsbericht von Larissa Koch.

Welche Schwächen hat der Bildungsstandort Deutschland?

Die Bundesrepublik gibt weniger Geld für Bildung aus als der Durchschnitt der OECD-Länder. Deutschland investiert 4,2 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt für Bildung, während es im OECD-Schnitt 4,8 Prozent sind.

Der Kontrast zu anderen gut entwickelten Industrieländern fällt noch größer aus. So investiert etwa Neuseeland 6,9 Prozent seiner Wirtschaftsleistung für Bildung, die USA 6,4 Prozent, Norwegen 6,2 Prozent und Südkorea 6,0 Prozent.

Welche Folgen haben die geringen Ausgaben im Bildungssektor?

Experten halten die relativ hohe Zahl von Schulabbrechern, also Jugendlichen ohne Abschluss, für eine Folge der vergleichsweise geringen Bildungs-Investitionen. Die bundesweite Abbrecherquote liegt bei rund sechs Prozent.

Infografik: Jede vierte Ausbildung wird vorzeitig beendet | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista 

Zudem haben über zehn Prozent der 20- bis 30-jährigen keine Berufsausbildung erlangt. Diese Zahl stagniert bereits seit mehreren Jahren. Besonders Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Haushalten sind hier deutlich im Nachteil.

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Wie hat sich die Situation der Geringqualifizierten entwickelt?

Das Problem der vielen Niedrigqualifizierten bleibt bisher ungelöst. Die Zahl der Menschen ohne Berufsausbildung oder Abitur liegt in Deutschland seit Jahren bei rund 13,5 Prozent. Andere Länder, etwa Österreich oder die Schweiz, konnten die Quote der Geringqualifizierten in den vergangenen 30 Jahren mindestens halbieren - Österreich auf 10 Prozent, die Schweiz auf 8 Prozent.

Wie wird die Situation der Hochschulen bewertet?

Die Zahl der Studenten ist im Zeitraum 2008 bis 2013 überdurchschnittlich und zwar um 28 Prozent gestiegen. Das liegt auch daran, dass akademische Abschlüsse meist ein höheres Gehalt versprechen. Wer an einer Uni oder Fachhochschule seinen Bachelor macht, genießt über 50 Prozent Gehaltsvorteil gegenüber Beschäftigten, die nur einen Realschulabschluss haben. Beim Master oder Staatsexamen liegt das Plus sogar bei 80 Prozent. Auch die Arbeitslosenquote von Akademikern ist deutlich geringer.

Wo liegen die Stärken Deutschlands im Vergleich?

In kaum einem anderen Land gehen so viele junge Leute zur Schule, sind in Ausbildung oder haben einen Job wie in Deutschland. Zudem ist der Anteil junger Menschen, die weder eine Ausbildung haben noch erwerbstätig sind, hierzulande besonders niedrig.

Allerdings wird der Bereich der frühkindlichen Bildung unterdurchschnittlich finanziert. Der Übergang von der Ausbildung in den Beruf läuft „reibungslos“. Als Grund gilt die duale Ausbildung und die Wirtschaftskraft.

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