zur Navigation springen

Leute

04. Dezember 2016 | 15:17 Uhr

TV-Tipp : Volltreffer

vom

Fußball bestimmt recht oft das TV-Programm. Jetzt wird er zum Thema in einer turbulenten Sat.1-Komödie mit Axel Stein.

Knockout in der Fankurve des Dortmunder Signal-Iduna-Parks: Dort sitzt die ehrgeizige Fußball-Funktionärin Viktoria Schmidt (Julia Hartmann), die am liebsten mit ihrem Handy-Assistenten namens Sören spricht.

Im Auftrag ihres Vaters und FC Bayern-Präsidenten (der kurz vor dem Herztod steht) braust sie nach Dortmund, um einen BVB-Starspieler zu den Münchnern abzuwerben. Doch dann wird sie von einem Ball am Kopf getroffen, fällt bewusstlos um - und als sie wieder zu sich kommt, hat sie ihr Gedächtnis verloren. So beginnt die Komödie «Volltreffer» an diesem Dienstag um 20.15 Uhr auf Sat.1.

Der Witwer Philipp Stochowski (Axel Stein) entführt die Frau direkt aus dem Stadion zu sich ins chaotische Heim, gibt sich dort als ihr Gatte aus, nennt sie kurzum Dörte und stellt ihr sogleich den dementen Opa (klasse: Tom Gerhardt) als ihren Vater vor (der schon mal in Unterhosen durch die Gegend läuft). Fortan gehen ihr ziemlich viele Fragen durch den Brummschädel (mit nunmehr gefärbten Haaren): Ist Philipp tatsächlich ihr Ehemann, und sind Theo und Max ihre gemeinsamen Kinder? Und vor allem: Ist sie, wie die ganze Familie, tatsächlich ein Hardcore-BVB-Fan?

Wie auch immer: Noch drei Tage gilt die Wechselfrist, und bis dahin darf sich Viktoria unter keinen Umständen an ihre wahre Identität und an ihre Mission erinnern.

Die Verwechslungskomödie (samt tränenrührigem Ende im Stadion) ist leidlich lustig, und auch so manchen derben Spruch («Wer hat denn die Putzfrau ermordet?») gilt es zu ertragen. Und er zeigt natürlich, dass so ein Fußballverein (egal, welcher) viel wichtiger als der liebe Gott ist und er für viele Fans den Nabel der Welt darstellt. Halbwegs interessant an der ansonsten harmlosen Geschichte ist der Umstand, dass aus Gegnern allmählich Freundschaften entstehen oder sogar eine (neue) Familie werden kann und die Figuren allmählich lernen, sich gegenseitig zu respektieren.

Axel Stein (34, «Große Fische, kleine Fische», «Macho Man») spielt seinen Part mit stellenweise erstaunlicher Tiefe und zeigt, dass es für Philipp als eingefleischten Fußballfan um die pure Existenz geht. «Das zu zeigen, ist sehr wichtig dafür, dass die Zuschauer Philipp sein Handeln nicht übel nehmen», sagte Stein im Interview mit Sat.1. «Das, was er und seine Freunde machen, ist wirklich heftig: Sie kidnappen Viktoria! Er macht das aber nicht willkürlich, sondern aus einem ganz bestimmten Grund: Um seine Familie, sein Haus, seine Firma und seinen Schwiegervater zu retten. Es geht ums Überleben.»

Und er zeigt sich als wahrer Fußballfan: «Ich habe für beide Vereine, also sowohl für den FCB als auch für den BVB, Sympathien. Ich kann diese Rivalität nicht unterstützen, so fanatisch bin ich nicht. Jedes Stadionerlebnis ist einzigartig, im Fernsehen kriegt man überhaupt nicht mit, was zum Beispiel Fangesänge mit einem machen - diese absolute Euphorie, die einen total mitnimmt.»

Regisseur Granz Henman («Der Eisbär», «Nachbarn süß-sauer») singt ein Hohelied auf die Fankurve, wo offenbar fast durchweg Menschen sitzen, deren bedingungslose Liebe zu ihrem Verein sogar Berge versetzen kann. Mal haut er voll auf die Pauke, mal setzt er auf liebevolle Momente, und er hat sich auch an Filmen orientiert wie «Ein Goldfisch fällt ins Wasser» (1987) und «Fußball ist unser Leben» (2000).

Volltreffer

zur Startseite

von
erstellt am 04.Okt.2016 | 00:01 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen