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10. Dezember 2016 | 17:33 Uhr

DEFA-Star und „Liebling Kreuzberg“ : So reagiert die Welt auf den Tod von Manfred Krug

vom

Kantiger Schauspieler und leidenschaftlicher Musiker - Manfred Krug ist tot. Kollegen und Politiker kondolieren.

Berlin | Der Schauspieler Manfred Krug ist tot. Er starb bereits am vergangenen Freitag im Alter von 79 Jahren im Kreis seiner Familie zuhause in Berlin. Das teilte sein Management am Donnerstag mit. „Er wünschte sich eine Bestattung im engsten Familienkreis.“ Zu Krugs bekanntesten Rollen gehörten der unangepasste Zimmermann Hannes Balla im DDR-Film „Spur der Steine“, der „Tatort“-Kommissar Paul Stoever für den NDR, der Anwalt in der Serie „Liebling Kreuzberg“ und nicht zuletzt ein Truckerfahrer in „Auf Achse“.

Bundespräsident Joachim Gauck würdigte Krug als einen der glaubwürdigsten und populärsten Schauspieler unserer Zeit. In einem Kondolenzschreiben an Krugs Frau Ottilie schrieb Gauck: „In vielen Rollen im Fernsehen, im Kino und auf der Bühne hat er uns in seiner wundervollen Art Schwächen und Stärken der Menschen vor Augen geführt.“ Krug sei zu Recht mit vielen Auszeichnungen geehrt worden - auch wenn er stets wenig Aufhebens darum gemacht habe. „Ihr Mann hat die Herzen der Menschen mit seiner Kunst auf einzigartige Weise erreicht“, schrieb Gauck an Ottilie Krug.

Roswitha Schreiner, die Krugs TV-Tochter Sarah in „Liebling Kreuzberg“ spielte, reagierte tief betroffen. „Ich muss mich erstmal sortieren, es geht mir unheimlich nah. Er war mein Fernsehpapa“, sagte sie Focus Online. „Er hatte Rückgrat. Er stand ein für seine Überzeugungen. Er war unkorrumpierbar und geradlinig. Das haben die Zuschauer bewusst oder unbewusst gespürt. Deshalb war er so beliebt.“

Schauspieler Michael Kausch, der in „Liebling Kreuzberg“ den Rechtsanwalt Giselmund Arnold spielte, sagte dem Sender SWRinfo zum Tod von Krug: „Es berührt mich schon mehr, als ich es im Augenblick ausdrücken kann.“ Geschätzt habe er die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit von Krug - auch wenn der Schauspieler ein schwieriger Mensch gewesen sei. „Er war ziemlich impulsiv und aufbrausend und auch sehr ungerecht gegenüber Mitarbeitern. Was er gedacht hat, das hat er einfach losgepoltert. Aber was ich immer geschätzt habe, war, dass er überhaupt keine Taktik gefahren ist.“

Berlins Bürgermeister Michael Müller (SPD) reagierte mit Betroffenheit auf die Nachricht von Krugs Tod. „Wir verdanken diesem großartigen Schauspieler viele unterhaltsame und anregende Stunden“, erklärte Müller. „In jeder Rolle war Krug unverkennbar, er war ein Typ, den man nicht vergessen konnte. Seine große Leistung liegt darin, dass er erst in Ost, dann in West und schließlich in ganz Deutschland ein Star geworden ist.“

Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel sagte in SWRinfo, Krug sei einer der wenigen Künstler gewesen, der nach einer Karriere in der DDR auch im damaligen Westdeutschland den Durchbruch geschafft habe. „Dass er im Osten schon eine Kultfigur war, ist die eine Seite. Die andere Seite ist die, dass er dann eben im Westen als einer der ganz wenigen es geschafft hat, seine Qualität durchzusetzen und weiterhin oben zu bleiben.“

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erstellt am 27.Okt.2016 | 16:50 Uhr

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