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08. Dezember 2016 | 08:59 Uhr

Filmkomponist : Promi-Geburtstag vom 18. November 2016: Carter Burwell

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Es war reiner Zufall, dass Carter Burwell Filmkomponist geworden ist. «Schuld» daran waren die Coen-Brüder. Rund 100 Soundtracks hat er seitdem geschrieben, das Piano ist sein bevorzugtes Instrument.

Er war nah dran, aber letztlich hatte Carter Burwell doch keine Chance. Für seinen Soundtrack zu dem Drama «Carol» von Todd Haynes war der Filmkomponist in diesem Jahr erstmalig für einen Oscar nominiert gewesen, musste sich aber letztlich der Komponisten-Legende Ennio Morricone geschlagen geben.

Immerhin - die Nominierung ist geblieben und sie war längst überfällig gewesen, denn Carter Burwell ist seit über 30 Jahren im Geschäft. Untrennbar ist sein Namen mit den Coen-Brüdern verbunden. Für sämtliche Filme der Kult-Filmemachern aus Minnesota hat er den Soundtrack - bis auf «Inside Llewyn Davis» - geschrieben.

Dabei hatte Burwell, der heute 61 Jahre alt wird, keineswegs Musiker oder gar Filmkomponist werden wollen. Er studierte Animation und Computer in Harvard und spielte nur zum Spaß als Keyboarder in einigen Punk-Bands. Da fiel er den Coen-Brüdern ins Auge, die ihm sofort den Soundtrack zu ihrem postmodernen Debütfilm «Blood Simple» anvertrauten. Seitdem gilt er als der dritte Coen-Bruder und hat beim Komponieren vollkommen freie Hand.

Für seine Scores schöpft Carter Burwell aus vielen Quellen. Für das Leitthema zu dem Winter-Krimi «Fargo» etwa verarbeitete der US-Amerikaner einen norwegischen Folk-Song. Und mit dem ungewöhnlichen Einsatz von verstimmten Pianos, klappernden Schreibmaschinen und laufendem Wasser passt er perfekt zu dem versponnenen Universum der Coen-Brüder.

Lieber weniger als mehr ist das Credo von Carter Burwell, der den Einsatz der Musik mehr im Hintergrund sieht. Er ist kein Komponist, der einen Film zukleistert, um dramaturgische Leerstellen mit Noten zu übertünchen.

Für Todd Haynes' Drama «Carol», bereits die dritte Zusammenarbeit der beiden, aber kam er aus der Deckung. Erzählt wird die Geschichte einer lesbischen Liebe in den 1950er Jahren - mit Cate Blanchett und Rooney Mara prominent besetzt.

Dritter Mitspieler ist die Musik: Carter Burwell gelang dabei das Kunststück, mit seiner Musik mehr über die Gefühle der Protagonistinnen auszusagen, ohne dass die Personen dabei in den Hintergrund gedrängt werden. Eine Oscar wäre dafür mehr als verdient gewesen.

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erstellt am 18.Nov.2016 | 00:01 Uhr

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