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08. Dezember 2016 | 05:00 Uhr

Leute : Mister Rock ’n’ Roll: Chuck Berry wird 90

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Pionier der Rockgitarre feiert Geburtstag

Für Stevie Wonder ist die Sache klar. „Es gibt nur einen wahren King des Rock’n’Roll. Sein Name ist Chuck Berry.“ So manchen Fan, etwa von Elvis Presley, mag Wonder damit vergrault haben. Doch der Einfluss des in St. Louis geborenen Afro-amerikaners auf die Welt wilder Gitarren-Riffs der 1950er-, 60er- und 70er-Jahre lässt sich kaum bemessen. Wenn Berry heute seinen 90. Geburtstag feiert, dürften ihm so manche Spitzenmusiker aus der Welt von Pop und Rock in Gedanken zuprosten.

Denn es ist gut denkbar, dass es Bands wie die Beatles, die Rolling Stones, die Beach Boys oder einen Bob Dylan ohne Berry nicht oder nur in anderer Form gegeben hätte. Als einer der größten Songschreiber und besten Gitarristen seiner Zeit hat Berry den Rock’n’ Roll und davon inspirierte Musikgenres nachhaltig beeinflusst. Elvis mag die bildhafte Ikone des Genres gewesen sein, doch Berry verkörperte dessen Mentalität mit seinen Kompositionen.

Charles Edward Anderson Berry, genannt „Chuck“, wuchs im Kreis einer großen Familie auf und entwickelte bald ein Gespür für Dichtkunst und Blues. Er nahm jedes Konzert mit, das er kriegen konnte, teils für 15 Dollar pro Nacht, und machte sich in der Clubszene von St. Louis einen Namen. Beeinflusst wurde er von Blues-Größen wie Nat King Cole und seinem Idol Muddy Waters, der Berry in einer zweiminütigen Unterhaltung in Chicago schließlich dazu animierte, auf das „Chess“-Musiklabel zuzugehen. Dort stellte sich der Erfolg schnell ein, als Berry 1956 den Hit „Roll Over Beethoven“ landete. „School Day“ und „Rock and Roll Music“ (beide 1957) sowie „Sweet Little Sixteen“ und sein wohl bekanntester Hit „Johnny B. Goode“ (1958) folgten. Teenager und ländlich beeinflusste Hillbilly-Musiker aus dem Süden mochten Berrys Stil, und auch der zu der Zeit eher unbekannte Elvis erkannte das Potenzial und nahm Berrys Hit „Maybellene“ mit in seine Show auf. Musikalisch konnte der „King“ Berry aber nie das Wasser reichen.

Neben groovigen Gitarrenläufen machte Berry vor allem den „Duckwalk“ zu seinem Markenzeichen. Die Musik der Beatles und der Stones ist Teil seiner Hinterlassenschaft.

Vielleicht war es genau aus dem Grund auch John Lennon, der die Leistung Berrys am besten zusammenfasste: „Wenn man Rock’n’Roll umbenennen wollte, müsste man ihn Chuck Berry nennen.“

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erstellt am 18.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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