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10. Dezember 2016 | 00:09 Uhr

Bodensee-„Tatort“ : Melancholisch, düster, rätselhaft

vom
Aus der Onlineredaktion

Der letzte Bodensee-„Tatort“ geht die ganz großen Fragen an. Und eines bleibt bis Schluss offen: Was passiert mit Blum und Perlmann?

Es fällt schwer, den letzten „Tatort“ vom Bodensee nicht dauernd als das anzusehen, was er ist: eben der letzte „Tatort“ vom Bodensee. Denn auch die Macher spielen genau damit: Zwar schicken sie die beiden Kommissare Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) in einen komplexen, verworrenen Fall, der sich um Anlagebetrug, billige Textilproduktion in Südasien und rechtsextremes Gedankengut dreht. Doch das Gefühl, dass etwas zu Ende geht, wird man als Zuschauer über die gesamten 87 Minuten nicht los. Das Erste zeigt „Wofür es sich zu leben lohnt“ vom SWR am Sonntag (4. Dezember) um 20.15 Uhr.

Schon zu Beginn der Folge wirkt die Beziehung zwischen den Kommissaren getrübt: Blum erzählt Perlmann am Handy von ihrem Urlaub in Portugal – und prallt an der nächsten Ecke mit ihm zusammen. Denn eigentlich war sie beim Arzt, wegen Verdachts auf einen Herzmuskelriss. Was mit seiner Kollegin los ist, wird Perlmann aber bis zum Schluss nicht genau erfahren. Er spürt nur: Etwas verändert sich. Und dieses Gefühl bleibt den gesamten Film über – das haben Aelrun Goette (Regie und Drehbuch) und Sathyan Ramesh (ebenfalls Drehbuch) so angelegt. Nicht nur Blum fragt sich: Wie soll es weitergehen? Was will ich mit der verbleibenden Zeit anfangen? Wofür lohnt es sich eigentlich zu leben?

Dass dieser „Tatort“ der letzte vom Bodensee sein würde, hatte die ARD schon früh verkündet. Ende 2014 gab der Sender das Aus für die Folgen aus Konstanz bekannt. Statt am Bodensee lässt der SWR künftig im Schwarzwald ermitteln: Das neue „Tatort“-Team mit Sitz in Freiburg besteht aus den Kommissaren Franziska Tobler (gespielt von Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner). Den Chef mit dem Namen Gernot Schöllhammer spielt Harald Schmidt.

Aber auch am Bodensee wird ermittelt: Im Sommer drehte die ARD in der Region acht Folgen der Vorabendserie „WaPo Bodensee“. Im Mittelpunkt steht die Figur der Kommissarin Nele Fehrenbach (gespielt von Floriane Daniel), die am Bodensee die Leitung der Wasserschutzpolizei übernehmen soll. Gedreht wird unter anderem in Konstanz und Radolfzell, gezeigt werden sollen die Folgen ab 2017 im Ersten.

Und Blum und Perlmann? Dazu sei nur soviel verraten: Es ist ein Schluss, der viel Spielraum lässt. „Ich wünsche mir, dass man sie am Ende vermisst“, sagt Regisseurin Goette.

 

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