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07. Dezember 2016 | 21:15 Uhr

Friedrichstadt-Palast Berlin : Kostüm-Traum von Gaultier

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zum Staunen: Die neue Show im Friedrichstadt-Palast. Viele Promis im ausverkauften Haus

Modemacher Jean Paul Gaultier hüpft ausgelassen auf der riesigen Bühne des Friedrichstadt-Palastes in Berlin. Das begeisterte Publikum applaudiert stehend und minutenlang bei der Premiere der neuen Show von Europas größtem Revue-Theater am Donnerstagabend. Gaultier hat die rund 500 Kostüme für „The One Grand Show“ – die bislang teuerste Produktion des Hauses an der Friedrichstraße – entworfen.

Lack und Leder, immer wieder Federn, Matrosenlook, Durchsichtiges, Quietschbuntes, Pickelhauben, glitzernde Hirschgeweihe – was der 64-Jährige aus Paris nun in der deutschen Hauptstadt präsentiert, ist überbordend, surreal, witzig und kaum auf einen Blick zu erfassen. Für ihn werde ein Traum wahr, hatte Gaultier geschwärmt. Nun freut sich der Meister der Haute Couture und sagt, mit der Show „werden meine Kreationen aufs Fantastischste zum Leben erweckt“.

In der „traumhaften Zeitreise“ mit Akrobatik, Tanz und Gesang wirken rund 100 Künstler aus 26 Nationen mit, wie Intendant Berndt Schmidt hervorhebt. Es beginnt mit einer donnernd lauten Undergroundparty in einem verlassenen Revuetheater. Der Gast in Schottenrock und Lederjacke, gespielt von Echo-Preisträger Roman Lob, staunt. Die einstige Theaterdirektorin (Brigitte Oelke) beschwört alte Zeiten. Bei der Suche nach dem einen Menschen, der alles bedeutet – The One – verschwimmen Vergangenheit und Gegenwart. Es gibt fast alles: wabernden Nebel, sphärische Klänge, wehende Vorhänge, schwebende Tänzer. „Bravo“-Rufe heimst vor allem Akrobatin Valérie Inertie ein. Und als dann noch die berühmte Girlreihe mit 32 Tänzerinnen die langen Beine hochschwingt, gibt es fast kein Halten mehr.

Im ausverkauften Haus mit etwa 1900 Plätzen sitzen Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) nebst Gattin ebenso wie Conchita Wurst, Dieter Hallervorden, Nana Mouskouri, Katharina Thalbach und Klaus Wowereit.

Elf Millionen Euro hat die Produktion gekostet, die nun zwei Jahre laufen soll. Der Friedrichstadt-Palast war 1984 als DDR-Prestigebau im damaligen Ost-Berlin eröffnet worden. Karten waren heiß begehrt. Hier entstand auch die legendäre Unterhaltungsshow „Ein Kessel Buntes“ fürs DDR-Fernsehen. Noch vor knapp zehn Jahren stand die einstige DDR-Institution mit Millionenverlusten vor dem Aus. Heute ist der Friedrichstadt-Palast mit rund 700 000 Besuchern jährlich die bestbesuchte Bühne der Hauptstadt.

 

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