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27. September 2016 | 09:00 Uhr

London : Keiner guckt so grimmig wie Anuko

vom
Aus der Onlineredaktion

Rüde finanziert Frauchen Jasmine Milton das Studium

Niedlich aussehen ist einfach. Aber so richtig grimmig gucken ist besser. Besonders wenn man Hund ist. Anuko, der sibirische Husky aus der britischen Grafschaft Shropshire, ist gerade auf dem besten Weg, zum Internet-Star zu werden, weil er so einen eiskalten mürrischen Blick drauf hat. Sein Frauchen, die 20-jährige Jasmine Milton, hat bisher schon 20 000 Pfund an Werbeeinnahmen mit ihm verdient und es sollen mehr werden. Immerhin soll Anuko ihr Studium finanzieren.

Angefangen hatte alles, als Jasmine im letzten Jahr mit ihrem Hund spielen ging und so tat, als ob sie einen Ball werfen würde–- es aber nicht tat. Anuko stand vor ihr und konnte nicht glauben, dass er hinters Licht geführt werden sollte. „Ich habe ihn dann genau in dem Moment fotografiert“, sagt Jasmine,„in dem mein Hund realisierte, dass ich ihn betrogen hatte.“ Der Rest ist Geschichte. Die Bilder von einem zuerst ungläubig, dann entsetzt und schließlich eindeutig grantig blickenden Anuko wurden auf seiner Instagramm-Seite publiziert und von immer mehr Menschen angeklickt. Mittlerweile hat der rüde Rüde Zehntausende an Followern auf Instagramm und Facebook eingesammelt, und Anukos Videos auf YouTube haben sich mehr als zwei Millionen Menschen angesehen.

Dabei ist der Zweijährige gar nicht böse, sondern sieht nur so aus. „Im Grunde ist er sehr freundlich und anhänglich“, versichert Jasmine Milton. Sein grimmiges Aussehen habe er seinem Fellmuster zu verdanken, das die Partie über den Augen und die lange Nase betonen würde. Und seinen stählern weißblauen Augen, darf man hinzufügen, die er gekonnt zusammenkneifen kann. Wenn Anuko die Augenlider senkt, dann kann man schon ein wenig Angst bekommen.

Sein Frauchen Jasmine verdient mit dem Finsterling-Look recht gut, denn die Klickraten bei YouTube bedingen, wieviel Geld mit der Werbung auf der Seite verdient werden kann. Es ist zwar noch nicht so viel, wie „Grumpy Cat“ eingenommen hat, die wohl die berühmteste Katze auf dem Internet ist, weil sie so missmutig in die Welt dreinschaut. Ihre Besitzerin Tabatha Bundesen braucht heute nicht mehr zu arbeiten, nachdem sie mit „Grumpy Cat“ durch Merchandise, öffentliche Auftritte, Buchveröffentlichungen, Endorsements und anderem mehrere Millionen Dollar gescheffelt hat. Doch für Jasmine Milton ist ihr grantiger Vierbeiner viel mehr als nur ein Goldesel. Anuko hat sie vor ihrer Depression gerettet. Als 18-Jährige litt sie an einer bipolaren Störung und hatte versucht, sich umzubringen. Im Krankenhaus sagte ihr ein Mitpatient, dass es helfen könnte, einen Hund zu haben. „Seitdem hat mich Anuko aus jedem meiner Tiefs herausgeholt“, meint Jasmine: sie musste über seinen schon im Welpenalter grimmigen Blick lachen und hat sie zum Gassi-Gehen gezwungen, wenn Frauchen sich nur noch im Bett verkriechen wollte. Jetzt wird ihr der Hund, beziehungsweise seine Einnahmen, dabei helfen, ihre Zukunft aufzubauen. „Mein Vater ist klinischer Psychologe“, sagt Jasmine, „und nachdem ich durch meine eigenen Schwierigkeiten gegangen bin, will ich selber Psychologin werden.“ Anuko wird ihr dabei unter die Arme greifen. Die 20 000 Pfund, die er bisher verdiente, werden seiner Besitzerin das Studium finanzieren.

 

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