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29. September 2016 | 22:22 Uhr

Jean Pütz wird 80 : „Ich hab da mal was vorbereitet“

vom
Aus der Onlineredaktion

Dem Fernsehpublikum brachte er in einfacher Sprache die Wissenschaft näher, die Boulevardpresse liebt ihn wegen seiner Offenherzigkeit, und seit einiger Zeit liest er der Politik die Leviten: Zum 80. Geburtstag hat Jean Pütz viel zu erzählen.

Wenn Jean Pütz ins Reden kommt – und das kommt er sehr schnell – dann redet er ohne Punkt und Komma. Über die Wissenschaft, über Politik, über seine Familie – und über sich. Er hat ja auch viel zu erzählen: Der Mann mit dem wuchtigen Schnäuzer, der einst die „Hobbythek“ erfand, wird heute 80 Jahre alt.

Die Wissenschaft ist bis heute die Leidenschaft des gelernten Elektromechanikers, der das Abitur nachholte und dann Mathe, Physik und Soziologie studierte. „Mich hat immer die Frage beschäftigt: Wie kann ich Menschen mit einfachen Worten dazu bringen, die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung zu verstehen?“ In der „Hobbythek“, die der Journalist 1974 beim WDR an den Start brachte und gut 30 Jahre lang moderierte, brachte er den Zuschauern Wissenschaft und Technik des Alltags auf unterhaltsame Weise näher: Er erklärte, wie man Käse, Lautsprecher oder Waschmittel selber herstellt, gab Tipps zur Ernährung, zur Nutzung von Energie oder Regenwasser. 1984 entwickelte er die „Wissenschaftsshow“, aus der später „Quarks & Co“ mit Ranga Yogeshwar wurde. Heute macht er keine eigenen TV-Sendungen mehr, aber mit seiner „Pützmunter-Show“ tourt er durchs Land und zeigt Experimente aus der Welt der Wissenschaft. Er betreibt eine Internetseite und ist auch bei Facebook aktiv, „um der Politik die Leviten zu lesen“, wie er sagt. Zum Beispiel zum Thema Flüchtlinge. Im März hat er dazu einen offenen Brief mit 14 Fragen an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geschickt. „Finden Sie nicht, dass die europäische Idee durch Ihre nicht mit den europäischen Instanzen abgestimmte Entscheidung immer mehr in Gefahr gerät?“, lautete etwa eine dieser Fragen. Eine Antwort von der Kanzlerin habe er nicht erhalten. „Ich verstehe nicht, warum sie so emotional gehandelt hat, ohne rational die Folgen abzuschätzen“, sagt Pütz. Das Erstarken der AfD sehe er mit Sorge, verwundere ihn aber keineswegs.

Privat lebt der Autor zahlreicher Fachbücher im Bergischen Land, in einem „Nullenergiehaus“ auf einem 300 Quadratmeter großen Grundstück. Genauer gesagt ständen dort zwei Häuser, wie er erklärt: In einem wohne er mit seinem 17-jährigen Sohn, in dem anderen seine dritte Ehefrau (49) mit der gemeinsamen fünfjährigen Tochter. Das zweite Haus habe er vor allem gekauft, weil seiner Frau in dem anderen die Küche nicht gefallen habe. Und außerdem störe man sich nicht gegenseitig durch unterschiedliche Schlafgewohnheiten.

 

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