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03. Dezember 2016 | 05:41 Uhr

TV-Tipp : Herzblut. Ein Kluftingerkrimi

vom

In «Herzblut» beschäftigt eine brutale Mordserie den Allgäuer Kommissar Kluftinger. Außerdem macht er sich ernste Sorgen um seine Gesundheit. Die ARD zeigt eine Woche später den nächsten «Klufti».

Bei dem Anblick muss sich der Kommissar erst einmal setzen: Blutig rot ist das Herz, das ihm vor die Nase gehalten wird. «Da hat einer einem sprichwörtlich das Herz aus dem Leib gerissen», sagt der Kollege von der Spurensicherung dann auch noch - und Kluftinger (Herbert Knaup, 60) winkt angewidert ab.

Nicht nur in dieser Szene ist der Krimi «Herzblut» nichts für schwache Nerven. Denn der Kommissar aus dem Allgäu hat es diesmal mit einem Serienkiller zu tun, der seinen Opfern die Herzen herausschneidet und sie makaber am Tatort drapiert. Der Film ist an diesem Donnerstag (20.15 Uhr) im Ersten zu sehen.

Kluftinger läuft die Zeit davon. An allen Tatorten taucht ein Streichholzheftchen auf - und mit jedem Opfer ist ein Streichholz weniger darin. Doch welche Verbindung gibt es zwischen den Mordopfern? Wer ist als nächstes in Gefahr? Während Kluftinger und seine Kollegen auf Hochtouren ermitteln, sorgt sich der Kommissar auch um seine Gesundheit. Er leidet unter Stichen in der Brust und ist davon überzeugt, dass ein Herzinfarkt nahe ist. Der Film von Regisseur Lars Montag ist spannend erzählt und gipfelt in einem Showdown in einer Geisterbahn.

Aber natürlich darf bei Kluftinger auch der Humor nicht fehlen. So führen ihn seine Bemühungen, sein Leben zu ändern und mehr auf die Gesundheit zu achten, in eine Yoga-Stunde bei seinem Erzfeind Dr. Langhammer. Die komischen Szenen sind zwar vorhersehbar - etwa wenn der behäbige Kommissar bei den Asanas keine besonders gute Figur macht oder schließlich so entspannt ist, dass er einschläft. Das Zuviel an Klamauk, das - gepaart mit stark überzeichneten Figuren - in den vorherigen Kluftinger-Filmen unter der Regie von Rainer Kaufmann teilweise störte, bleibt in «Herzblut» aber aus.

Zu kurz kommen dagegen Bilder aus dem Allgäu. Bis auf einen Traktor und ein paar grasende Kühe gibt es wenige Hinweise darauf, dass dieser Krimi in der bayerischen Urlaubsregion spielt. Der Dialekt ist allerdings unverkennbar. Und wieder einmal überzeugt der im Allgäu geborene und aufgewachsene Knaup in seiner heimischen Mundart. Doch nicht nur sprachlich scheint der groß gewachsene Schauspieler mit jeder neuen Kluftinger-Verfilmung das Wesen der Romanfigur mehr zu verinnerlichen. «Es ist ein Reifungsprozess, der sich mehr und mehr vollzieht», sagt Knaup, der vor acht Jahren zum ersten Mal als Kluftinger vor der Kamera stand.

In Memmingen und Umgebung wurden im vergangenen Herbst gleich zwei Kluftinger-Krimis gedreht. Die Verfilmung von «Schutzpatron» zeigt das Erste am 1. Dezember um 20.15 Uhr. Im Mittelpunkt steht die wertvolle Reliquie des Heiligen Magnus, deren Raub Kluftinger als junger Polizist nicht verhindern konnte. Jetzt kehrt der Schutzpatron des Allgäus in die Heimat zurück und muss geschützt werden. Doch der Kommissar hat eigentlich ganz andere Sorgen. Er muss den Mord an einer alten Frau aufklären.

Die Geschichten um den sympathischen Allgäuer Grantler mit einer großen Vorliebe für Kässpatzen begeistern seit Jahren Millionen Leser in ganz Deutschland. Das erfolgreiche Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr hat bislang neun Kluftinger-Krimis geschrieben. Zuletzt kam «Himmelhorn» Ende September auf den Markt.

Mit «Herzblut» und «Schutzpatron» sind inzwischen fünf der Bestseller-Romane verfilmt worden. Wie bei den ersten drei Verfilmungen standen auch diesmal neben Knaup unter anderem Jockel Tschiersch (als Kollege Roland Hefele), Johannes Allmayer (Richard Maier), Katharina Spiering (als Kluftingers Assistentin Sandy Henske) sowie zahlreiche Allgäuer vor der Kamera.

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erstellt am 24.Nov.2016 | 00:01 Uhr

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