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09. Dezember 2016 | 02:59 Uhr

Dieter „Maschine“ Birr im Interview : „Fühle mich als Neubeginner“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Dieter „Maschine“ Birr über seine neue Solo-CD und seine Konzerte, die ihn auch nach Rostock und Hamburg führen

Er war die Stimme der Puhdys. Fast ein halbes Jahrhundert stand er mit ihnen auf der Bühne. Die Band hat sich aufgelöst - aber Sänger Dieter Birr braucht auch im Seniorenalter die Bühne. Ende September erschien sein neues Solo-Album mit dem Titel: „Neubeginner“. Gunnar Leue sprach mit Dieter Birr alias „Maschine“.

Bekommen Sie eigentlich vom Staat eine Rockerrente?
Ich habe eine ganz normale Rente, wie alle Rentner.

Und die reicht nicht oder sind Sie ein Workaholic, dass Sie nach dem Ende der Puhdys jetzt noch eine Solokarriere starten?
Das Geld ist nicht der Grund, meine Motivation liegt darin, dass mir Musik Spaß macht. Ich wüsste auch gar nicht, was ich sonst machen sollte. Außerdem fühle ich mich momentan sehr gut und mein Hauptinteresse gilt nun mal der Musik und allem, was mit ihr zu tun hat: Komponieren, texten, im Studio arbeiten, Konzerte geben – das ist abwechslungsreich und macht mir Spaß.

Zuletzt hatten Sie mit den Puhdys den Lebenswerk-Echo bekommen. Das haben Sie nicht als Hinweis verstanden, es mit dem Lebenswerk Musikmachen gut sein zu lassen?
Wenn man gern ins Kino oder Theater geht, sagt man ja auch nicht, ich gehe jetzt nicht mehr da hin, weil ich zu alt bin. Musik ist eine Leidenschaft meines Lebens, egal, wie alt ich bin. Der Preis ist eine Würdigung, aber es wäre albern zu sagen, ich habe jetzt den Echo und nun mache ich nichts mehr.

Ihr Album heißt „Neubeginner“, ist das angesichts Ihrer langjährigen Erfahrung im Musikgeschäft nicht etwas irreführend?
Ne, finde ich nicht. Ich habe ja auch einen Titel „Neubeginn“ auf dem Album. Ich vergleiche das damit, wenn jemand eine Firma wechselt. Da muss man sich in der neuen Firma auch wieder neu einarbeiten. Vorher waren die Puhdys mein Lebensinhalt und jetzt ist alles neu, wodurch sich eine Menge in meinem Leben verändert. Bisher hatte sich alles auf die Puhdys fokussiert und nun bin ich allein verantwortlich, stecke Kritik oder Lob allein ein. Ich kann selbst entscheiden, ob ich im Jahr fünf Konzerte mache oder einhundert. Das ist ganz angenehm.

War es das denn mit den Puhdys zum Schluss nicht mehr?
Doch, die Zeit mit den Puhdys war wirklich die schönste meines Lebens und ich bin zufrieden, dass ich so eine Vergangenheit habe. Diese Vergangenheit ermöglicht mir ja auch meine Zukunft. Wenn ich nicht schon so lange Musik gemacht hätte und jetzt erst damit anfangen würde, wäre es natürlich albern.

Na ja, es würde wohl schwieriger. So sind Sie halt schon ein bekannter Musiker.
Das stimmt, aber ich mache nun neue Lieder mit anderen Musikern.

Was sagen die alten Puhdys-Kollegen zu Ihrem Neubeginn?
Bis jetzt haben sie sich noch nicht geäußert. Unserem Schlagzeuger Klaus hatte ich auf Wunsch meine Platte geschickt und er sagte, dass er sie toll findet. Auch unser ehemaliger Manager hat sich sehr lobend geäußert und gratuliert, dass ich mit dem Album so gut in die Charts eingestiegen bin.

Waren Sie eigentlich nervös vor dem Neustart?
Na klar, das waren wir bei den Puhdys auch immer, wenn ein neues Album rauskam. Wie eine Platte ankommt, geht einem doch nicht am Arsch vorbei, bloß weil man schon lange im Geschäft ist. Man fragt sich immer: Mögen dich die Leute noch? Deshalb kann ich zufrieden sein, wie es gerade läuft.

Auf dem „Neubeginner“-Album gibt es etliche Songs, die gemeinsam mit Heinz Rudolf Kunze entstanden. Wie kam das?
Wie kennen uns ja schon lange und haben uns vor zwei Jahren nach unseren Auftritten beim Sachsen-Anhalt-Tag in einem Magdeburger Hotel unterhalten. Dabei entstand die Idee, dass er doch mal für mich einen Text machen könnte. Dann schickte er einen Text, und dann immer mehr. Sechs sind auf dem Album gelandet, wobei ein Text ein alter ist, den ich mir quasi angeeignet habe. Heinz Rudolf hatte mir sein Album „Tiefenschärfe“ geschenkt und darauf fand ich den Titel „So wie du bist“ so toll. Den habe ich ohne zu fragen einfach gecovert und ihm ohne Ankündigung geschickt. Das hat er sich angehört und war richtig gerührt. Er fand die sogar besser als seine eigene Version.

Konzerte:

  • 28. Januar, Hamburg, Große Freiheit 36
  • 29. Januar, Rostock, Moya, An der Jägerbäk 1



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erstellt am 19.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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