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27. September 2016 | 07:16 Uhr

TV-Tipp : Die Eifelpraxis

vom

Serien mit Ärzten sind bei deutschen TV-Zuschauern sehr beliebt. Und nun kommt eine neue TV-Reihe dazu, mitsamt sympathischer Hauptdarstellerin und romantischer Landschaft.

Arztserien oder -filme gibt es genügend im deutschen Fernsehen - da fängt man am besten mit dem Aufzählen erst gar nicht an. Viele davon sind längst vergessen. Jetzt startet ein neues Format, aus dem - bei entsprechendem Quotenerfolg - eine Reihe werden könnte.

Zu sehen ist die erste Folge von «Die Eifelpraxis» mit dem Titel «Erste Hilfe aus Berlin» an diesem Freitag (20.15 Uhr) im Ersten. Zwei weitere mit den Titeln «Ein heißer Sommer» und «Väter und ihre Söhne» sind bereits abgedreht, die Sendetermine stehen noch nicht fest. Der heutige Film ist zudem der erste, der unter dem neuen Label «Endlich Freitag im Ersten» läuft, mit dem künftig alle Freitagsfilme im Ersten versehen werden.

«Ich bin die Neue»: So stellt sich Vera Mundt (Rebecca Immanuel) bei ihren diversen Jobs in Berlin vor: Verkäuferin, Babysitterin, Kellnerin. Die Überfliegerin schafft das alles natürlich parallel, und ganz nebenbei zieht sie auch noch ihre beiden schulpflichtigen Kinder Paul (aufmüpfig: Tom Böttcher) und Mia (lieb: Mascha Schrader) alleine groß. Obwohl sie Probleme mit Autoritäten hat und nicht flexibel ist, bewirbt sie sich in ihrem alten Krankenhaus erneut als Krankenschwester - wofür sie natürlich überqualifiziert ist. Als ihr ein aalglatter Arzt die Absage persönlich überbringt, sagt sie nur: «Haben Sie einen Knall?». Doch ihre ehemalige Kollegin Greta (Karin Giegerich) vermittelt sie an die Praxis von Dr. Chris Wegner (Simon Schwarz), wo sie sofort als Versorgungsassistentin (sie ist für Hausbesuche bei den Patienten zuständig) anfangen kann.

Also zieht die kleine Familie - wohl oder übel - in die schöne Eifel, genauer nach Monschau in der Rureifel, nahe der belgischen Grenze. Das kleine Häuschen sieht außen auf den Fotos viel besser aus, riecht innen ziemlich vermufft und hat keinen Internet-Anschluss. Darob sind die Kinder nicht sonderlich erbaut, und sie ist es von ihrem neuen schroffen Chef (der im Rollstuhl sitzt) auch nicht gerade. Sie wird sofort mit 16 Hausbesuchen am ersten Tag versorgt, die bis zu 100 Kilometer auseinander wohnen. Dabei hat sie nicht nur mit schwierigen Patienten, sondern auch mit Autopannen und fehlendem Telefonnetz unterwegs. Derweil bandelt ihr pubertierender Sohn mit Charly Ortmann (Sarah Mahita Giese) an, der Tochter des Schuldirektors (Janek Rieke) - der wiederum ein Auge auf Vera geworfen hat.

Regisseurin Sibylle Tafel (50, «Für eine Nacht ... und immer?») und Autorin Brigitte Müller setzen auf muntere Dialoge - mit teilweise etwas Tiefgang - und viel hübsches Lokalkolorit samt reichlich Fachwerk. Als Stichworte für die aufgezeigten Probleme seien genannt: Zu wenige Landärzte mit zu vielen Patienten, für die viel zu wenig Zeit für Zuspruch bleibt, Kostenexplosion und tägliche Überforderung. Hinzu kommen noch die Themen Vorurteile und Intrigen (insbesondere gegen eine polnische Haushaltshilfe). Die neue Arztassistentin mit beachtlichem Bauchgefühl, reichlich Menschenkenntnis und sogar etwas detektivischem Gespür versteht natürlich nicht nur ihren Job, sondern findet für jeden Patienten etwas mehr Zeit und das eine oder andere nette Wort. Selbstredend hat sie auch ihre beiden Kinder voll im Griff.

Rebecca Immanuel (46, «Edel & Starck») vermag als (allzu) emphatische Krankenschwester, die genau hinschaut, zu überzeugen - und außerdem ist sie einfach grundsympathisch. «Vera ist eine erwachsene Frau, die privat wie beruflich ihr Leben meistert, egal was es ihr vor die Füße wirft», sagte sie im ARD-Interview über ihre Rolle: «Sie geht mutig und tatkräftig ans Werk und behält bei allem Stress die Zuversicht und den Humor. Mich interessieren Figuren, die einen großen Teil unserer Gesellschaft ausmachen. Vera verdient absoluten Respekt dafür, dass sie ihre Kinder alleine groß zieht und dann auch noch anfängt zu arbeiten. Das ist eine beachtliche Leistung. So eine Frau zu spielen, interessiert mich als Schauspielerin natürlich.»

Das erscheint verständlich, und so verzeiht man auch gern das eine oder andere Klischee (alle Hauptfiguren sind Single, einen örtlichen Dialekt spricht nur der Polizist) und die nervende Filmmusik.

Die Eifelpraxis

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erstellt am 16.Sep.2016 | 07:29 Uhr

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