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07. Dezember 2016 | 13:30 Uhr

Weltmeister bei Papst Franziskus : Der Papst lobt deutschen Fußball

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Joachim Löw und sein Team waren beeindruckt und Papst Franziskus lobte den deutschen Fußball

Joachim Löw und seine Nationalspieler waren auch Stunden nach der Privataudienz bei Papst Franziskus noch tief bewegt – doch der Fokus richtete sich schnell auf den möglichen historischen Hattrick gegen Italien. „Es wäre schön, wenn uns das gelingen würde“, sagte Bundestrainer Löw vor dem Klassiker heute (20.45 Uhr/ARD) in Mailand. Der Weltmeister hat seit dem ersten Länderspiel 1923 gegen die Squadra Azzurra in 34 Duellen noch nie drei Siege in Folge gegen den langjährigen Angstgegner gefeiert.

Nach dem Ausflug mit Klassenfahrt-Charakter nach Rom schaltete die DFB-Auswahl vor dem letzten Länderspiel des Jahres im Giuseppe-Meazza-Stadion wieder in den Wettkampfmodus. „Das geht immer ganz schnell, wir sind das gewohnt. Gegen Italien ist es immer ein besonderes, ein prickelndes Spiel“, sagte Mats Hummels vor dem Duell der viermaligen Weltmeister.

Am frühen Montagmorgen war der mögliche dritte Sieg in Serie gegen die Italiener nach dem 4:1 in München im März und dem Erfolg im Elfmeter-Krimi im EM-Viertelfinale aber noch ganz weit weg. In grauen Anzügen und mit schwarzen Krawatten betrat die von Präsident Reinhard Grindel angeführte rund 50-köpfige DFB-Delegation den Apostolischen Palast des Vatikans. „Ich freue mich, den amtierenden Fußball-Weltmeister hier zu empfangen“, sagte Franziskus in seiner Ansprache: „Siege im Fußball sind immer Mannschaftssiege. Ihre Mannschaft definiert sich über diese Qualität. Dabei sind Siege im Spitzensport nicht nur von einer großen Disziplin abhängig, sondern auch von Verantwortung und Respekt füreinander. Das macht Sie erfolgreich.“

Die Nationalmannschaft schenkte dem fußballbegeisterten Franziskus ein gerahmtes Trikot mit den Unterschriften aller Spieler und der Aufschrift: „Fußball verbindet uns.“ Als Teammanager Oliver Bierhoff, Mats Hummels und Thomas Müller dem Pontifex während der knapp einstündigen Audienz ein von Kindern des von Torhüter Manuel Neuer in Gelsenkirchen betriebenen Jugendhauses „Manus“ bemaltes Tuch überreichten, lächelte der Argentinier Franziskus. Das verlorene WM-Finale gegen die DFB-Auswahl vor zwei Jahren in Rio war kein Thema mehr.

„Das war sicherlich ein Moment, den niemand in seinem Leben vergessen wird“, sagte Grindel über den Besuch im Vatikan: „Ich glaube, dass das unsere Spieler sehr bewegt hat.“ Hummels bestätigte die Einschätzung des Präsidenten: „Das ist etwas, was man vermutlich nur einmal hat im Leben hat und was ich nicht vergessen werde. Er ist eine Person, die ich auch nur aus dem Fernsehen kannte und von Fotos.“

Als der schwarze Mannschaftsbus dann mittags zum Teamhotel Melia Milano fuhr, lag die Konzentration aber wieder auf dem Sportlichen. „Es war ein positives Jahr, auch wenn wir den EM-Titel nicht geholt haben. Der Start nach der EM macht mir unheimlich Freude. Wir wollen diesen positiven Trend in Mailand fortsetzen“, sagte Bierhoff. Dabei soll auch Yannick Gerhardt (Foto) als 86. Debütant der Ära Löw helfen. Der Wolfsburger wird hinten links in der Viererkette für Jonas Hector zum Einsatz kommen. Das verriet Löw bereits gestern. Das Tor wird der Leverkusener Bernd Leno hüten, Benedikt Höwedes rückt in die Innenverteidigung neben Hummels.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Italien: Buffon - Darmian, Bonucci, Astori, de Sciglio - Parolo, Verratti, de Rossi - Candreva, Belotti, Immobile

Deutschland: Leno - Kimmich, Höwedes, Hummels, Gerhardt - Weigl, Gündogan - Müller, Götze, Gnabry - Gomez

Schiedsrichter: Soares Dias (Portugal)

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