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28. September 2016 | 19:05 Uhr

Tommy Lee Jones : Der ewige Bad Boy wird 70

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tommy Lee Jones ist bekannt als harter Knochen und filmt trotz hohen Alters weiter für Hollywood

Kurz vor seinem 70. Geburtstag fällt Tommy Lee Jones aus der Rolle. Mit seinem zerfurchten Gesicht, kantigen Kinn und grimmigen Blick ist er gewöhnlich Hollywoods Posterboy für die Jäger und Gejagten der Leinwand. In dem Action-Film „Mechanic: Resurrection“ ist er der durchtriebene Waffenhändler, in dem neuen „Jason Bourne“-Abenteuer der coole CIA-Boss. Doch nun steht der Schauspieler für eine Action-Komödie vor der Kamera. In „Villa Capri“ mimen Jones und Morgan Freeman einen Ex-Agenten und einen Ex-Anwalt, die ständig Zoff haben, sich aber miteinander verbünden müssen. Gedreht wird bis Ende September in Albuquerque und Santa Fe. Jones’ 70. Geburtstag heute fällt mitten in die Dreharbeiten.

 

Jones gilt als verschlossener, wortkarger Star, der in Interviews auch mal mit bissigen Antworten verschreckt. Co-Stars und Regisseure werden nicht verschont. Sally Fields hatte nach den Dreharbeiten zu „Back Roads“ wenig Gutes zu sagen, „Batman Forever“-Regisseur Joel Schumacher und Jim Carrey standen mit ihm auf Kriegsfuß. Andere halten dem gebürtigen Texaner seinen trockenen Humor zugute.

Fernab von Hollywood lebt der zweifache Vater in dritter Ehe auf seiner Ranch in Texas. Der begeisterte Polo-Spieler und Pferdezüchter nutzte sein riesiges Anwesen als Kulisse für sein erstes Kino-Regieprojekt, den Neo-Western „The Three Burials of Melquiades Estrada“ (2005). Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde er damals zwar nicht als Regisseur geehrt, aber als Schauspieler in seinem eigenen Film mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet.

In Cannes präsentierte er auch seinen düsteren Western „The Homesman“. Er selbst spielt in seinem zweiten Regiewerk einen ungehobelten Outlaw.

Jones wurde am 15. September 1946 im texanischen San Saba geboren, in seinen Adern fließt indianisches Blut von seiner Cherokee-Großmutter.

Als Teenager half er seinem Vater auf den Ölfeldern, über ein Football-Stipendium schaffte er es dann an Elite-Hochschulen. In Harvard, wo er zum Zimmergenossen und Freund des späteren Vizepräsidenten Al Gore wurde, schloss er sein Englischstudium mit Auszeichnung ab.

Der Hobby-Schauspieler tingelte durch New Yorker Theater, landete am Broadway und kam dann 1970 mit Hilfe seines Harvard-Freundes Erich Segal zum Film. Der hatte das Drehbuch für „Love Story“ verfasst und Jones eine kleine Rolle in Hollywoods großer Liebesgeschichte hineingeschrieben. Die erste Oscar-Nominierung holte er sich mit Oliver Stones Kennedy-Drama „JFK“, die Trophäe als bester Nebendarsteller nahm er dann für „Auf der Flucht“ entgegen.

Mit 70 Jahren dürfte Jones auch in „Villa Capri“ mehr von seiner lockeren Seite zeigen. Die Action-Komödie mit Rene Russo als weiblicher Co-Star soll im Sommer 2017 auf die Leinwand kommen.

 

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erstellt am 15.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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