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Kultur

09. Dezember 2016 | 22:14 Uhr

Kurskorrektur : Syd Arthur: Psychedelia trifft Pop

vom

Wenn eine Band sich nach zwei Säulenheiligen des Psychedelic-Pop der 60er Jahre benennt - was mag dann wohl bei ihrer Musik herausgenommen? Genau... Doch diesmal ist etwas anders bei Syd Arthur.

Das Quartett Syd Arthur aus dem englischen Canterbury war bisher für einen leicht benebelten psychedelischen Folkpop bekannt.

Im Prinzip stimmt das immer noch - aber die Band wirkt jetzt nicht mehr ganz so direkt beeinflusst von ihren großen Vorbildern und Namenspaten Syd Barrett (Pink Floyd) und Arthur Lee (Love). Sondern alles in allem fokussierter, weniger ausschweifend, moderner - und damit auch glatter.

Ob das eine gute Nachricht ist, muss jeder Fan für sich entscheiden. Die Songs von «Apricity» (Communion/Caroline) klingen natürlich immer noch sehr britisch (beispielsweise im Prog-Folk von «Seraphim»), auch wenn Syd Arthur voriges Jahr viel Zeit in Kalifornien verbrachte - im bergigen, weniger glamourösen Teil des Sonnenstaates. Beach Boys sind diese Engländer - die drei Brüder Liam, Joel und Josh Magill sowie Raven Bush, ein Neffe von Kate Bush - also noch nicht geworden.

Produziert hat Jason Falkner (Jellyfish, Beck, Air), ein Multiinstrumentalist und Studio-Wizard, der sich bestens mit Psych- und Retro-Pop auskennt. Das Klangbild des Nachfolgers der tollen Syd-Arthur-Alben «On And On» (2012) und «Sound Mirror» (2014) ist etwas keyboard-lastiger geworden, statt entspannter Kiffer-Gitarrenjams lässt die Band mehr Mainstream und Groove zu, etwa in potenziellen Pophits wie «Sun Rays» oder im an Phoenix erinnernden «Evolution».

Zu den Förderern von Syd Arthur zählt neben den Amerikanern Falkner, The Strokes und White Denim auch Paul Weller, der die Band 2013 auf eine ihrer ersten großen Touren mitnahm. «Sein Support war unglaublich. Er war so ziemlich die erste Person, der wir etwas Neues vorspielten, weil er uns ständig danach fragte, was wir gemacht haben»,erzählt Raven Bush.

Während Weller sich allerdings zuletzt von Soul und Britpop etwas abwandte und mehr dem freakigen Folk-Jazz der Sixties frönte, gehen Syd Arthur einen umgekehrten Weg. Ob sie damit ihre Indie-Nische verlassen und dem Erfolg der Temples-Kollegen nacheifern können, bleibt abzuwarten.

Website Syd Arthur

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erstellt am 05.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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